Zugige Fenster im Altbau abdichten: So stoppen Sie Zugluft

Zugige Fenster im Altbau abdichten: praktische Anleitung mit Materialliste, Schritt-für-Schritt-Ablauf, Vergleich von Dichtungsmaterialien, Übergangslösungen wie Folie und Vorhänge sowie Hinweisen, wann sich neue

Zugige Fenster im Altbau abdichten: Die direkte, praktische Antwort

Um zugige Fenster im Altbau schnell und wirksam abzudichten, kombinieren Sie drei Schritte:

  1. Fugen und Ritzen am Rahmen abdichten – mit selbstklebenden Dichtungsbändern, Dichtprofilen und ggf. Acryl oder Silikon für größere Spalten.
  2. Übergang Rahmen–Mauerwerk schließen – mit Dichtmasse oder Dichtband, wo es zwischen Laibung und Rahmen zieht.
  3. Wärmeverluste zusätzlich bremsen – durch dichte Vorhänge, Rollläden und ggf. Fensterfolie als Kälteschutz.

Damit reduzieren Sie Zugluft deutlich, ohne sofort neue Fenster einbauen zu müssen. Im Folgenden finden Sie eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung, eine Material-Checkliste zum Abhaken, typische Fehler – und Entscheidungshilfen, wann sich der Austausch der Fenster doch lohnt.

Zugige fenster im altbau abdichten: Schaubild der wichtigsten Elemente
Zugige fenster im altbau abdichten: visueller Überblick über die wichtigsten Entscheidungspunkte.

Warum Altbau-Fenster so viel Wärme verlieren

Altbau-Fenster sind oft aus Holz, manchmal noch mit Einfachverglasung oder älteren Isoliergläsern. Typische Schwachstellen:

  • Verzogene Flügel – Holz arbeitet, Rahmen verziehen sich, der Flügel liegt nicht mehr dicht an.
  • Spröde oder fehlende Dichtungen – Gummis und Bürstendichtungen werden hart, reißen oder fehlen ganz.
  • Offene Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk – Putz reißt, alte Dichtmassen bröckeln, es entstehen Spalten.
  • Undichte Beschläge – Fenster schließt nicht mehr richtig, weil Beschläge verstellt oder verschlissen sind.

Die Folge: Kalte Luft strömt durch Fugen und Ritzen, warme Luft entweicht. Das erhöht den Heizbedarf deutlich und sorgt für kalte Zugluftzonen im Raum – besonders im Bereich von Sitzplätzen und Betten.

Wenn Sie zusätzlich energie sparen im altbau ohne sanierung möchten, ist das Abdichten der Fenster einer der wirkungsvollsten ersten Schritte.

Zugige fenster im altbau abdichten: visueller Vergleich der Optionen
Zugige fenster im altbau abdichten: direkte Gegenüberstellung praktischer Optionen.

Einfache Dichtungsmaterialien für Altbau-Fenster im Überblick

Für die meisten Altbau-Fenster reichen einfache, im Baumarkt erhältliche Materialien. Die folgende Übersicht hilft bei der Auswahl.

Material / Lösung Wo wird es eingesetzt? Vorteile Grenzen / Risiken Wann sinnvoll?
Schaumstoff-Dichtungsband (selbstklebend) Zwischen Flügel und Rahmen, bei kleineren, unregelmäßigen Spalten Sehr günstig, leicht zuzuschneiden, schnell montiert Altert relativ schnell, kann sich zusammendrücken, nicht sehr langlebig Als kurzfristige Lösung oder Test, wo Sie erst ausprobieren möchten, ob Abdichten hilft
Gummi-/Kautschuk-Dichtungsband (z. B. E-, P-, D-Profile) Zwischen Flügel und Rahmen, bei gleichmäßigeren Fugen Deutlich langlebiger als Schaumstoff, gute Dichtwirkung, verschiedene Profilformen Falsche Profilgröße kann Schließen erschweren, sorgfältiges Messen nötig Für mittelfristige Lösung an häufig genutzten Fenstern und Türen
Bürstendichtungen Schiebetüren, Balkon- und Terrassentüren, Spalt unter der Tür Lässt etwas Luftzirkulation, reduziert Zugluft, gut bei beweglichen Teilen Geringere Dichtwirkung als Gummiprofile, nicht für große Fugen geeignet Wenn Türen schleifen würden, wenn man dicke Gummidichtungen einsetzt
Acryl-Dichtmasse Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk im Innenbereich Überstreichbar, gut für Risse im Putz, lässt sich glätten Nicht dauerhaft elastisch wie Silikon, nicht für dauerfeuchte Bereiche Wenn es an der Laibung zieht und Risse sichtbar sind
Silikon-Dichtmasse Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk, vor allem im Außenbereich Dauerelastisch, wasserabweisend, gute Dichtwirkung Schwerer zu überstreichen, sorgfältige Verarbeitung nötig Wenn außen oder in feuchtegefährdeten Bereichen Fugen geschlossen werden sollen
Fenster-Isolierfolie (Kälteschutzfolie) Auf dem Rahmen, über die Scheibe gespannt (innen) Verbessert Wärmeschutz der Verglasung, reduziert Kältestrahlung Verändert Optik, Fenster lässt sich währenddessen meist nicht öffnen Für sehr kalte Räume oder selten geöffnete Fenster im Winter
Schwere Vorhänge / Thermovorhänge Innen vor dem Fenster, bodenlang Bremsen Kaltluftwalzen, verbessern Behaglichkeit Wenn sie Heizkörper verdecken, kann sich Wärme stauen Als Ergänzung, wenn bauliche Abdichtung allein nicht reicht
Rollläden / Klappläden Außen vor dem Fenster Reduzieren Wärmeverluste und Zugluft, zusätzlicher Schallschutz Investition höher als bei Dichtband, Montageaufwand Wenn ohnehin Modernisierung ansteht oder Rollläden vorhanden sind

Materialliste zum Abhaken: Was Sie zum Abdichten brauchen

Mit dieser Checkliste können Sie Ihren Einkauf planen. Nicht alles ist in jedem Fall nötig – wählen Sie passend zu Ihren Fenstern.

  • Dichtungsmaterialien
    • Schaumstoff-Dichtungsband in passender Breite
    • oder Gummi-/Kautschuk-Dichtungsband (E-, P- oder D-Profil, je nach Fugengröße)
    • ggf. Bürstendichtungen für Türen oder Schiebefenster
    • Acryl-Dichtmasse (für Innenfugen Rahmen–Mauerwerk)
    • Silikon-Dichtmasse (für Außenfugen oder feuchte Bereiche)
    • Fenster-Isolierfolie inkl. Klebeband (optional)
  • Werkzeuge
    • Metermaß oder Lineal zum Messen der Fugenbreite
    • Cutter- oder Teppichmesser
    • Schere (für Dichtbänder)
    • Spachtel oder altes Stechbeitelchen zum Entfernen alter Dichtungen
    • Fugenglätter oder einfach ein angefeuchteter Finger für Dichtmasse
    • Auspresspistole für Kartuschen (Acryl/Silikon)
  • Reinigungsmittel
    • Haushaltsreiniger oder Alkoholreiniger
    • Lappen oder Schwämme
    • Staubsauger mit schmaler Düse (für Fugen)
  • Ergänzende Maßnahmen
    • Schwere Vorhänge oder Thermovorhänge
    • Rollladen-Gurte oder -Motor prüfen (damit Rollläden zuverlässig schließen)

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Zugige Fenster im Altbau abdichten

Der folgende Ablauf hilft, systematisch vorzugehen und nichts zu übersehen.

1. Zugluftquellen finden

  • Kerzen- oder Räucherstäbchen-Test: Halten Sie eine brennende Kerze oder ein Räucherstäbchen langsam entlang der Fensterfugen. Flackert die Flamme oder zieht der Rauch stark in eine Richtung, ist dort eine Undichtigkeit.
  • Handtest: Fahren Sie mit der Hand langsam an Rahmen, Flügelkanten und Fensterbank entlang. Kalte Luftzüge sind oft deutlich spürbar.
  • Übergang zum Mauerwerk prüfen: Kontrollieren Sie die Laibung rund um den Rahmen. Risse, abgeplatzter Putz oder sichtbare Spalten sind typische Problemstellen.

2. Fugenbreite messen und Dichtungsart wählen

  • Öffnen Sie den Fensterflügel und messen Sie an mehreren Stellen den Abstand zwischen Flügel und Rahmen.
  • Notieren Sie die kleinste und die größte Fugenbreite. Dichtungsprofile sollten die Fuge schließen, ohne das Schließen zu blockieren.
  • Bei sehr schmalen, gleichmäßigen Fugen eignen sich oft E- oder P-Profile aus Gummi.
  • Bei größeren oder unregelmäßigen Fugen ist Schaumstoffband flexibler, aber weniger langlebig.

3. Untergrund reinigen und alte Dichtungen entfernen

  • Alte, bröselige Dichtungen vorsichtig mit Spachtel oder Messer lösen und abziehen.
  • Lose Farbreste und Staub entfernen, ggf. absaugen.
  • Rahmenflächen, auf die geklebt werden soll, mit Reiniger entfetten und trocknen lassen. Nur auf sauberen, trockenen Flächen halten Dichtbänder dauerhaft.

4. Dichtungsbänder am Fensterrahmen anbringen

  1. Dichtband in passender Länge zuschneiden – lieber etwas länger und am Ende sauber abschneiden als zu kurz.
  2. Schutzfolie Stück für Stück abziehen, nicht alles auf einmal, damit das Band nicht verklebt oder verschmutzt.
  3. Dichtband ohne Zug aufkleben, also nicht dehnen. Sonst zieht es sich später zusammen und es entstehen wieder Lücken.
  4. Ecken sauber ausführen: Entweder auf Gehrung schneiden oder das Band in der Ecke leicht umlegen, ohne es zu knicken.
  5. Fenster schließen und prüfen, ob es sich noch ohne übermäßige Kraft schließen lässt. Wenn nicht, ist das Profil zu dick oder falsch positioniert.

5. Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk abdichten

Auf die Frage „Was kommt zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk?“ lautet die praktische Antwort: Eine elastische Dichtmasse (innen meist Acryl, außen häufig Silikon) oder ein spezielles Dichtband.

  • Lose Putzteile und alte Dichtmasse entfernen.
  • Fuge reinigen und trocknen lassen.
  • Acryl- oder Silikonkartusche in die Auspresspistole einlegen, Spitze passend zur Fugenbreite schräg abschneiden.
  • Dichtmasse gleichmäßig in die Fuge einbringen, sodass sie vollständig gefüllt ist.
  • Mit Fugenglätter oder angefeuchtetem Finger abziehen und glätten.
  • Herstellerangaben zur Trocknungszeit beachten, bevor Sie streichen oder stark belasten.

6. Übergangslösungen: Fensterfolie, Vorhänge, Rollläden nutzen

Wenn die Fugen abgedichtet sind, aber die Scheibe selbst sehr kalt ist (z. B. bei Einfachverglasung), helfen zusätzliche Maßnahmen:

  • Fensterfolie: Folie nach Anleitung auf dem Rahmen befestigen und mit Föhn spannen. Sie bildet eine zusätzliche Luftschicht und reduziert Kältestrahlung.
  • Schwere Vorhänge: Bodentiefe, dicht gewebte Vorhänge vor das Fenster hängen. Abends zuziehen, tagsüber für Sonneneinfall öffnen.
  • Rollläden: Nachts konsequent schließen. Der Luftpolster zwischen Rollladen und Fenster wirkt wie eine zusätzliche Dämmschicht.

7. Funktionstest und Feinanpassung

  • Nach dem Abdichten erneut Kerzen- oder Rauchtest durchführen.
  • Fenster und Türen mehrmals öffnen und schließen. Klemmt etwas, prüfen Sie, ob Dichtband zu dick ist oder falsch sitzt.
  • Beschläge ggf. leicht nachstellen (Druck auf den Rahmen erhöhen oder verringern). Bei Unsicherheit lieber eine Fachperson hinzuziehen.

Übergangslösungen: Wie Sie mit einfachen Mitteln mehr Behaglichkeit schaffen

Neben dem eigentlichen Abdichten gibt es Maßnahmen, die den Komfort deutlich erhöhen, auch wenn die Fenster selbst nicht perfekt sind.

Fensterfolie als temporärer „zweiter Flügel“

Fenster-Isolierfolien bilden eine zusätzliche Luftschicht vor der Scheibe. Das kann besonders bei sehr alten Einfachverglasungen spürbar sein:

  • Raum wirkt weniger „zugig“, weil die kalte Strahlung von der Scheibe reduziert wird.
  • Geeignet für Räume, in denen das Fenster im Winter selten geöffnet wird (z. B. Abstellräume, Gästezimmer).
  • Wichtig: Vor dem Anbringen Scheibe und Rahmen gründlich reinigen, damit das Klebeband hält.

Vorhänge und Möbelstellung clever nutzen

  • Schwere Vorhänge bremsen die Kaltluft, die an der Scheibe nach unten fällt. Ideal sind bodenlange, dicht gewebte Stoffe.
  • Achten Sie darauf, dass Vorhänge Heizkörper nicht komplett verdecken, sonst bleibt die Wärme hinter dem Stoff hängen.
  • Stellen Sie Sitzmöbel nicht direkt in die Zugluftzone. Schon 30–50 cm Abstand zur Außenwand können das Empfinden deutlich verbessern.

Rollläden und Klappläden konsequent nutzen

  • Rollläden ab Einbruch der Dunkelheit schließen – die Temperaturunterschiede sind dann am größten.
  • Bei Sturm oder starkem Wind sind geschlossene Rollläden ein wirksamer Schutz gegen Zugluft durch undichte Fugen.
  • Defekte Rollladengurte oder -führungen reparieren lassen, damit sie dicht schließen.

Kosten-Nutzen-Vergleich: Abdichten vs. neue Fenster

Auch ohne exakte Zahlen lässt sich grob einschätzen, welche Maßnahme sich wann lohnt.

Maßnahme Aufwand / Investition (relativ) Wirkung auf Zugluft Wirkung auf Heizkosten Wann sinnvoll?
Dichtungsbänder erneuern Gering – Material günstig, 1–2 Stunden pro Fenster Hoch bei Fugen zwischen Flügel und Rahmen Spürbare Reduktion, vor allem bei stark undichten Fenstern Immer als erster Schritt, bevor über neue Fenster nachgedacht wird
Fugen Rahmen–Mauerwerk abdichten Gering bis mittel – etwas mehr Zeit, Material günstig Hoch, wenn dort Zugluft spürbar ist Gut, wenn bisher kalte Luft direkt aus der Laibung kommt Wenn Risse und Spalten sichtbar sind oder es an der Laibung zieht
Fensterfolie + Vorhänge Gering bis mittel – Folie günstig, Vorhänge je nach Qualität Mittel – vor allem gefühlte Zugluft und Kältestrahlung werden reduziert Gut bei sehr schlechter Verglasung Als Ergänzung, wenn Austausch noch nicht möglich ist
Rollläden nachrüsten Mittel bis höher – Montageaufwand Mittel bis hoch – besonders nachts und bei Wind Gut, zusätzlich Schallschutz und Einbruchhemmung Wenn ohnehin Fassade oder Fensterumgebung modernisiert wird
Fenster komplett erneuern Hoch – Planung, Montage, mehrere Gewerke Sehr hoch – Zugluft praktisch eliminiert Sehr gut, vor allem bei alten Einfachverglasungen Wenn Rahmen marode sind oder Abdichten kaum noch Wirkung zeigt

Für viele Altbau-Bewohner lohnt es sich, zuerst alle niedrigschwelligen Maßnahmen auszuschöpfen. Wer zusätzlich seine Heizkosten senken ohne Komfortverlust möchte, kombiniert das Abdichten mit angepasstem Heiz- und Lüftungsverhalten.

Wann sich neue Fenster im Altbau wirklich lohnen

Ab einem gewissen Punkt stößt das Abdichten an Grenzen. Folgende Anzeichen sprechen dafür, über neue Fenster nachzudenken:

  • Stark verzogene Rahmen: Der Flügel liegt nur noch an wenigen Punkten an, selbst dicke Dichtungen helfen kaum.
  • Holz ist morsch oder stark beschädigt: Weiche Stellen, Fäulnis, tiefe Risse – hier ist die Substanz angegriffen.
  • Beschläge sind ausgeleiert und lassen sich nicht mehr sinnvoll einstellen.
  • Sehr alte Verglasung: Einfachverglasung oder sehr alte Isoliergläser, bei denen die Scheiben spürbar kalt abstrahlen.
  • Starke Kondensat- und Schimmelprobleme direkt am Fenster, die trotz richtigem Lüften und Heizen nicht besser werden.

Ob sich ein Austausch wirtschaftlich lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wie hoch sind die aktuellen Heizkosten?
  • Wie lange planen Sie, in der Wohnung oder im Haus zu bleiben?
  • Gibt es ohnehin geplante Modernisierungen (Fassade, Rollläden, Heizung)?
  • Wie wichtig sind Komfort, Schallschutz und Bedienkomfort?

Für Mieter ist der Fenstertausch oft Sache des Vermieters. Hier kann es sinnvoll sein, zunächst alle reversiblen Maßnahmen (Dichtbänder, Vorhänge, Folien) auszuschöpfen und dann das Gespräch zu suchen.

Sicherheits- und Schimmelhinweise beim Abdichten von Altbau-Fenstern

Mehr Dichtheit ist gut für die Energieeffizienz – aber nur, wenn die Belüftung mitgedacht wird. Sonst drohen Feuchte- und Schimmelprobleme.

  • Regelmäßig lüften: Mehrmals täglich stoßlüften (Fenster weit öffnen, 5–10 Minuten), besonders nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen.
  • Heizkörper nicht komplett abdrehen: In wenig genutzten Räumen die Temperatur nicht zu stark absenken, sonst kühlen Wände aus und Feuchtigkeit schlägt sich nieder.
  • Feuchtebereiche im Blick behalten: Ecken an Außenwänden, hinter Möbeln und rund um die Fensterlaibung regelmäßig kontrollieren.
  • Keine Fugen im Bereich von Entwässerungsöffnungen verschließen: Moderne Fenster haben kleine Öffnungen zur Entwässerung. Diese dürfen nicht zugeschmiert werden.
  • Nur geeignete Materialien verwenden: Dichtmassen und Bänder sollten für den jeweiligen Einsatzbereich (innen/außen, feuchte Umgebung) freigegeben sein.
  • Brandschutz beachten: In Fluchtwegen und an Haustüren keine brennbaren Materialien einsetzen, die den Schließmechanismus beeinträchtigen könnten.

Typische Fehler beim Abdichten von zugigen Altbau-Fenstern

Einige Fehler führen dazu, dass der Aufwand wenig bringt oder neue Probleme entstehen.

  • Zu dicke Dichtungen: Fenster lassen sich nur noch mit Gewalt schließen oder verziehen sich weiter. Besser: Fugen genau messen und passende Profile wählen.
  • Unsachgemäßes Verkleben: Dichtband auf staubige, feuchte oder fettige Flächen geklebt – es löst sich schnell wieder.
  • Alle Fugen „zugekleistert“: Auch Fugen, die konstruktiv für Entwässerung oder Belüftung gedacht sind, werden verschlossen.
  • Keine Kontrolle nach dem Abdichten: Es wird nicht geprüft, ob Zugluft wirklich weg ist oder ob neue Kältebrücken entstanden sind.
  • Schimmelgefahr unterschätzt: Nach dem Abdichten wird nicht häufiger gelüftet, obwohl weniger Luft unkontrolliert nachströmt.
  • Nur optische Risse verspachtelt: Risse im Putz werden überstrichen, ohne die dahinterliegende Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk zu schließen.

Praktische Checkliste: So gehen Sie Schritt für Schritt vor

Diese kompakte Checkliste können Sie direkt als Ablaufplan nutzen:

  1. Bestandsaufnahme
    • Alle Fenster und Türen auf Zugluft prüfen (Kerzen-/Rauchtest).
    • Fugenbreiten messen und notieren.
    • Zustand von Rahmen, Beschlägen und Verglasung beurteilen.
  2. Planung
    • Entscheiden, welche Dichtungsmaterialien wo eingesetzt werden.
    • Materialliste erstellen (Dichtbänder, Dichtmasse, Folie, Vorhänge etc.).
  3. Vorbereitung
    • Alte Dichtungen entfernen, Untergründe reinigen und trocknen.
    • Werkzeuge bereitlegen.
  4. Abdichten
    • Dichtbänder an Rahmen und Flügel anbringen.
    • Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk mit Acryl/Silikon schließen.
    • Optional: Fensterfolie montieren, Vorhänge anbringen, Rollläden prüfen.
  5. Kontrolle
    • Funktionstest: Öffnen/Schließen, Kerzen-/Rauchtest wiederholen.
    • Bei Bedarf Dichtungen anpassen oder ergänzen.
  6. Nutzung anpassen
    • Lüftungsgewohnheiten anpassen (häufiger stoßlüften).
    • Heizverhalten optimieren, z. B. mit den Tipps zum richtig heizen im altbau.

FAQ: Häufige Fragen zum Abdichten zugiger Fenster im Altbau

Wie kann ich zugige Fenster im Altbau am einfachsten abdichten?

Am einfachsten ist es, selbstklebende Dichtungsbänder zwischen Flügel und Rahmen zu kleben. Messen Sie vorher die Fugenbreite, reinigen Sie die Klebeflächen gründlich und wählen Sie ein passendes Profil (z. B. Schaumstoffband für unregelmäßige Fugen, Gummiprofil für gleichmäßige Spalten). Ergänzend sollten Sie sichtbare Risse zwischen Rahmen und Mauerwerk mit Acryl oder Silikon schließen.

Was kommt zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk, wenn es dort zieht?

Zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk wird in der Regel eine elastische Dichtmasse eingesetzt, im Innenbereich meist Acryl, außen häufig Silikon oder spezielle Dichtbänder. Wichtig ist, dass die Fuge vollständig gefüllt wird und die Dichtmasse für den jeweiligen Einsatzbereich geeignet ist. Vorher lose Putzteile entfernen, die Fuge reinigen und nach dem Verfugen ausreichend trocknen lassen.

Wie kann ich Zugluft im Fensterrahmen gezielt abdichten?

Um Zugluft im Fensterrahmen zu stoppen, gehen Sie systematisch vor: Zuerst mit Kerzen- oder Rauchtest die undichten Stellen lokalisieren, dann die Fugenbreite messen und passende Dichtprofile auswählen. Dichtbänder werden auf den Rahmen oder den Flügel geklebt, sodass sie beim Schließen zusammengedrückt werden und die Fuge schließen. Bei größeren Spalten oder Rissen im Rahmen selbst kann zusätzlich eine Dichtmasse helfen, sofern die Bausubstanz intakt ist.

Wie kann ich ältere Fenster abdichten, ohne sie zu beschädigen?

Bei älteren Holzfenstern sollten Sie möglichst reversible Maßnahmen nutzen: Selbstklebende Dichtbänder lassen sich später wieder entfernen, ohne das Holz dauerhaft zu verändern. Auch Fensterfolien und Vorhänge sind rückbaubar. Vermeiden Sie es, historische Beschläge oder Rahmen stark zu bearbeiten. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Fenster denkmalgeschützt ist, vor größeren Eingriffen Rücksprache mit Eigentümer oder Fachleuten halten.

Reicht Abdichten aus, um Heizkosten im Altbau deutlich zu senken?

Abdichten reduziert vor allem Zugluft und direkte Wärmeverluste durch Fugen. Das verbessert den Komfort spürbar und kann den Heizbedarf senken, besonders wenn die Fenster vorher sehr undicht waren. Für eine umfassende Einsparung ist es sinnvoll, zusätzlich das Heiz- und Lüftungsverhalten zu optimieren und weitere Schwachstellen im Gebäude zu prüfen. Eine gute Ergänzung sind praxisnahe Strategien, wie sie etwa beim Thema „energie sparen im altbau ohne sanierung“ beschrieben werden.

Benedikt Hartmann

Benedikt Hartmann schreibt uber smarte Steuerung, Sensoren und Automatisierung im Alltag. Ihn interessiert besonders, wann Technik wirklich Energie spart.

Expertise: Smart Home und Automatisierung

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