Fensterlaibung und Rollladenkasten dämmen: Schritt-für-Schritt

Fensterlaibung und Rollladenkasten richtig dämmen reduziert Zugluft und Wärmeverluste – aber nur mit passenden Materialien, sauberer Ausführung und beachtetem Feuchteschutz. Dieser Praxis-Guide zeigt typische

Wer seine Fensterlaibung und den Rollladenkasten dämmt, kann spürbar Zugluft und Wärmeverluste reduzieren – aber nur, wenn Aufbau und Feuchteschutz stimmen. Sonst drohen Schimmel und Bauschäden. Der Kern: Kalte Bauteile (Laibung, Sturz, Rollladenkasten) müssen lückenlos und möglichst ohne Hohlräume mit geeigneten Dämmstoffen umhüllt werden, die Anschlüsse zum Fenster luftdicht und diffusionsgerecht ausgeführt sein, und es darf nichts blockiert werden, was gewartet oder bewegt werden muss (Rollladen, Gurt, Revisionsklappe).

Im Folgenden finden Sie eine praxisnahe Anleitung, mit welchen Materialien Sie arbeiten können, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und woran Sie erkennen, wann ein Fachbetrieb die bessere Wahl ist.

Kurzüberblick: Wärmebrücken rund ums Fenster erkennen

Rund ums Fenster treffen meist unterschiedliche Bauteile aufeinander: Mauerwerk, Betonsturz, Fensterrahmen, Rollladenkasten. Genau an diesen Übergängen entstehen häufig Wärmebrücken. Typische Anzeichen:

Fensterlaibung und rollladenkasten dämmen: visueller Vergleich der Optionen
Fensterlaibung und rollladenkasten dämmen: direkte Gegenüberstellung praktischer Optionen.
  • Spürbare Zugluft am Rahmen, besonders bei Wind
  • Kalte Oberflächen an Laibung oder Sturz, fühlbar mit der Hand
  • Dunkle Flecken oder Schimmel in den Ecken der Laibung
  • Kondenswasser am Rollladenkasten oder am Gurtkasten

Die Ursache ist meist eine Kombination aus:

Fensterlaibung und rollladenkasten dämmen: praktische Checkliste vor der Umsetzung
Fensterlaibung und rollladenkasten dämmen: kompakte Checkliste für den nächsten praktischen Schritt.
  • fehlender oder zu dünner Dämmung an Laibung und Sturz
  • undichten Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk
  • ungedämmten oder undichten Rollladenkästen

Die gute Nachricht: Viele dieser Schwachstellen lassen sich mit überschaubarem Aufwand verbessern – vorausgesetzt, Sie planen sorgfältig, wählen passende Materialien und beachten den Feuchteschutz.

Typische Schwachstellen bei Altbaufenstern: Laibung, Sturz, Rollladenkasten

Gerade im Altbau sind Fensteranschlüsse oft energetisch schwach. Typische Problemzonen:

Fensterlaibung

  • Un- oder schlecht gedämmte Laibung: Putz direkt auf Mauerwerk, keine zusätzliche Dämmung.
  • Unsaubere Fugen: Zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk wurde früher häufig nur mit Mörtel oder Bauschaum gearbeitet, ohne luftdichte Bänder.
  • Metallprofile oder alte Fensterbänke: Können als Kältebrücke wirken, wenn sie nach außen durchlaufen.

Sturz und Fensterbankbereich

  • Betonsturz: Leitet Kälte stärker als das umgebende Mauerwerk, Oberflächen bleiben innen kühler.
  • Bereich unter der Fensterbank: Oft Hohlräume oder nur dünn verputzt, teilweise direkt mit Außenluft verbunden.

Rollladenkasten

  • Alte Aufsatz- oder Vorbaukästen: Häufig nur dünne Holz- oder Blechverkleidung ohne Dämmung.
  • Undichte Revisionsklappe: Spalten und Fugen lassen kalte Luft einströmen.
  • Gurtführung: Kleine, aber wirksame Leckage, wenn nicht abgedichtet.

Bevor Sie mit der Dämmung beginnen, sollten Sie diese Bereiche gezielt untersuchen: Wo zieht es? Wo ist es besonders kalt? Wo gibt es schon Feuchte- oder Schimmelflecken? Das hilft, die Maßnahmen sinnvoll zu planen.

Materialübersicht: Was Sie für Laibung und Rollladenkasten brauchen

Für eine sinnvolle Nachdämmung im Innenbereich kommen vor allem folgende Materialien infrage:

Dämmplatten für die Innenlaibung

  • Calciumsilikatplatten oder andere kapillaraktive Innendämmplatten: Feuchteunempfindlich, nehmen etwas Feuchtigkeit auf und geben sie wieder ab. Gut für schimmelgefährdete Bereiche.
  • Mineralische Dämmplatten (z. B. Mineralwolle-Verbundplatten): Nicht brennbar, gute Dämmwirkung, benötigen aber eine passende Oberfläche und sorgfältige Verklebung.
  • Hartschaumplatten (z. B. PU, EPS, XPS): Gute Dämmwirkung bei geringer Dicke, aber empfindlicher bei Feuchteproblemen und in der Regel nicht kapillaraktiv. Eher dort einsetzen, wo die Feuchtesituation unkritisch ist.

Dämmstoffe und Abdeckungen für den Rollladenkasten

  • Flexible Dämmmatten (z. B. Mineralwolle, flexible Hartschaummatten): Lassen sich gut in unregelmäßige Hohlräume einpassen.
  • Dünne Dämmplatten: Für die Innenseite der Revisionsklappe oder glatte Flächen im Kasten.
  • Abdeckplatten oder -deckel: Um eine neue, gedämmte Innenseite des Kastens zu schaffen, falls die alte Klappe sehr undicht ist.

Dichtbänder und Fugendichtstoffe

  • Dampfdiffusionsbremsende oder -offene Dichtbänder: Für den Anschluss zwischen Fensterrahmen und Laibung, je nach Aufbau.
  • Acryl- oder Silikonfugenmasse: Zum luftdichten Verschließen kleiner Fugen (nicht als alleinige Dämmung).
  • Dichtungen für Gurtführung: Spezielle Bürstendichtungen oder Gurtführungen mit Dichtungseinlage.

Stopfmaterial und Ergänzungen

  • Mineralwolle oder andere nicht brennbare Stopfmaterialien: Zum Ausfüllen von Hohlräumen, z. B. im Rollladenkasten oder unter der Fensterbank.
  • Montageschaum (sparsam und gezielt): Nur dort, wo er bauphysikalisch passt und nicht als alleinige Abdichtung.
  • Armierungsgewebe und Spachtelmasse: Für die Oberfläche der gedämmten Laibung.

Vergleich: Welche Dämmung passt wo am besten?

Die folgende Tabelle hilft bei der Entscheidung, welches Material sich für welchen Bereich eignet und welche Risiken zu beachten sind.

Bauteil / Situation Geeignete Dämmung Wann sinnvoll Typische Risiken Was besonders zu prüfen ist
Innenlaibung mit Schimmelgefahr Calciumsilikat- oder andere kapillaraktive Innendämmplatten Wenn bereits Feuchteflecken vorhanden sind oder die Ecke sehr kalt ist Falscher Kleber oder zu wenig Kleber kann Hohlräume und neue Feuchteprobleme erzeugen Untergrund tragfähig, salzfrei und sauber? Platten vollflächig verklebt? Lüftungsverhalten angepasst?
Innenlaibung ohne sichtbare Feuchteprobleme Mineralische Dämmplatten oder Hartschaumplatten Wenn vor allem Zugluft und leichte Oberflächenkälte stören Zu dicke Dämmung kann den Fensteranschluss verschieben und Rollläden oder Flügel behindern Öffnungswinkel der Flügel, Platz für Beschläge und Dichtungen, Anschluss an Fensterbank
Rollladenkasten mit viel Hohlraum Flexible Dämmmatten + Stopfmaterial Wenn der Kasten von innen zugänglich ist und noch keine Dämmung vorhanden ist Zu dichtes Stopfen kann den Rollladenlauf behindern oder den Gurt verklemmen Freier Lauf des Rollladens nach Dämmung, keine Berührung der beweglichen Teile mit Dämmstoff
Undichte Revisionsklappe Dünne Dämmplatte + neue, dicht schließende Abdeckung Wenn die Klappe verzogen oder sehr dünn ist Zu dicke Platte kann das Schließen verhindern, Kondensat an der kalten Außenseite möglich Funktion der Klappe nach Dämmung, Dichtung umlaufend, regelmäßige Kontrolle auf Feuchte
Gurtführung mit Zugluft Gurtführung mit integrierter Dichtung oder Bürstendichtung Wenn es spürbar durch die Gurtöffnung zieht Zu enge Dichtung kann den Gurt schwergängig machen Leichtgängigkeit des Gurts nach Einbau, keine Beschädigung des Gurts

Schritt-für-Schritt: Rollladenkasten von innen dämmen

Die folgenden Schritte beziehen sich auf einen von innen zugänglichen Rollladenkasten mit Revisionsklappe im Raum. Prüfen Sie vorab, ob Sie den Kasten gefahrlos öffnen können und ob der Rollladen mechanisch in Ordnung ist.

1. Vorbereitung und Sicherheit

  • Arbeitsbereich freiräumen, Abdeckung für Boden und Möbel auslegen.
  • Werkzeug bereitlegen: Schraubendreher, Cuttermesser, Maßband, Bleistift, ggf. Akkuschrauber.
  • Schutzausrüstung: Handschuhe, Schutzbrille, Staubmaske, besonders bei Mineralwolle.
  • Rollladen vollständig herunterlassen, um die Welle zu entlasten.

2. Revisionsklappe öffnen und Bestand prüfen

  • Schrauben oder Clips der Revisionsklappe lösen und Klappe vorsichtig abnehmen.
  • Innenraum des Kastens inspizieren: Gibt es bereits Dämmung? Wo zieht es? Wo sind Hohlräume?
  • Auf Schäden achten: Risse, lose Teile, beschädigte Welle oder Aufhängungen.
  • Gurtführung von innen ansehen: Ist sie undicht oder beschädigt?

3. Geeignete Dämmpositionen festlegen

Wichtig: Der Rollladenpanzer und die Welle müssen sich frei bewegen können. Dämmung darf sie nicht berühren.

  • Bereiche markieren, in denen ausreichend Abstand zur Welle und zum Panzer bleibt.
  • Typische Flächen: Rückwand des Kastens, Oberseite, seitliche Wände, Innenseite der Revisionsklappe.
  • Hohlräume unter oder hinter dem Kasten identifizieren, die mit Stopfmaterial gefüllt werden können.

4. Dämmmaterial zuschneiden

  • Dämmmatten oder -platten mit Maßband aufnehmen und mit Bleistift anzeichnen.
  • Mit scharfem Messer oder Dämmstoffsäge zuschneiden, lieber etwas größer und dann anpassen.
  • Darauf achten, dass keine schmalen, instabilen Streifen entstehen, die später verrutschen könnten.

5. Dämmung einbauen

  • Dämmmatten in die vorgesehenen Bereiche einlegen, ohne sie zu stark zu komprimieren.
  • Stopfmaterial in Hohlräume einbringen, aber nicht so fest, dass Bauteile verformt werden.
  • Für die Revisionsklappe eine dünne Dämmplatte zuschneiden und mit geeignetem Kleber vollflächig aufkleben.
  • Darauf achten, dass alle Dämmteile sicher sitzen und nicht in den Bewegungsbereich des Rollladens ragen.

6. Luftdichtheit verbessern

  • Fugen zwischen Kasten und Innenwand prüfen. Kleinere Spalten können mit Acryl geschlossen werden.
  • Bei sehr undichten oder verzogenen Klappen ggf. eine neue, dicht schließende Abdeckung vorsehen.
  • Gurtführung: Undichte oder alte Gurtführungen gegen Modelle mit Dichtung austauschen oder mit Bürstendichtung nachrüsten.

7. Funktionstest und Abschluss

  • Revisionsklappe provisorisch ansetzen und prüfen, ob sie sich problemlos schließen lässt.
  • Rollladen mehrmals hoch- und herunterfahren: Läuft er frei, ohne Schleifgeräusche oder Blockaden?
  • Wenn alles funktioniert, Klappe endgültig montieren und Fugen sauber ausführen.
  • Nach einigen Tagen bei kalter Witterung prüfen, ob sich irgendwo Kondenswasser oder Feuchte zeigt.

Schritt-für-Schritt: Fensterlaibung von innen nachdämmen

Die Innendämmung der Laibung ist heikel, weil sich die Temperatur- und Feuchteverhältnisse im Bauteil verändern. Arbeiten Sie sorgfältig und planen Sie eher dünnere, aber lückenlose Dämmung, statt dicke, unsauber verarbeitete Schichten.

1. Bestandsaufnahme der Laibung

  • Oberfläche prüfen: Putz fest oder rissig? Schimmel oder Feuchteflecken vorhanden?
  • Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk ansehen: Sichtbare Spalten, bröseliger Mörtel, alte Dichtstoffe?
  • Fensterfunktion testen: Öffnet und schließt der Flügel problemlos? Wie viel Platz ist zur Laibung?

2. Untergrund vorbereiten

  • Lose Putzstellen entfernen, Untergrund gründlich reinigen (Staub, lose Teile, alte Farbe soweit nötig).
  • Schimmelbefall nicht einfach überdämmen: Ursache klären und fachgerecht sanieren lassen.
  • Sehr unebene Flächen ggf. mit geeignetem Putz oder Spachtel ausgleichen.
  • Untergrund je nach Plattentyp mit passendem Haftgrund oder Voranstrich vorbereiten.

3. Fugen am Fensterrahmen verbessern

  • Offene Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk zunächst mit geeignetem Stopfmaterial (z. B. Mineralwolle) füllen.
  • Anschließend eine luftdichte Ebene herstellen, z. B. mit Dichtband oder geeigneter Dichtmasse.
  • Darauf achten, dass die Dichtung umlaufend und ohne Unterbrechungen ausgeführt wird.

4. Dämmplatten planen und zuschneiden

  • Dämmstärke so wählen, dass der Fensterflügel weiterhin vollständig öffnet und Beschläge frei bleiben.
  • Platten so zuschneiden, dass sie möglichst großflächig und mit wenigen Stößen verlegt werden können.
  • Stoßfugen versetzen, damit keine durchgehenden Linien entstehen, die als Schwachstellen wirken.

5. Dämmplatten verkleben

  • Geeigneten Kleber nach Herstellerangabe anmischen oder vorbereiten.
  • Platten vollflächig oder mit möglichst flächiger Verteilung des Klebers an die Laibung kleben, Hohlräume vermeiden.
  • Platten fest andrücken, Überstände zum Rahmen so planen, dass später eine saubere Anschlussfuge möglich ist.
  • Stoßfugen dicht aneinanderfügen, ggf. mit Spachtelmasse schließen.

6. Oberfläche armieren und beschichten

  • Armierungsgewebe in eine geeignete Spachtelmasse einbetten, um Risse zu vermeiden.
  • Nach dem Trocknen Oberflächen fein spachteln und für den Endanstrich vorbereiten.
  • Endbeschichtung mit diffusionsoffener Farbe ausführen, um Feuchteausgleich nicht zu behindern.

7. Anschluss an Fensterbank und Sturz

  • Übergang zur inneren Fensterbank sorgfältig ausbilden, Hohlräume unter der Bank ggf. mit Stopfmaterial füllen.
  • Bereich des Sturzes (oberhalb des Rahmens) besonders beachten, da hier oft die kälteste Zone liegt.
  • Fugen zwischen Dämmung und Fensterrahmen mit geeignetem Dichtstoff schließen, ohne starre Zwängungen zu erzeugen.

Feuchteschutz und Schimmelvermeidung: Worauf Sie achten müssen

Jede Innendämmung verändert den Feuchtehaushalt der Konstruktion. Damit sich kein Schimmel bildet, sind einige Grundregeln wichtig:

  • Keine Hohlräume hinter der Dämmung: Luft kann dort zirkulieren, abkühlen und Feuchte ablagern.
  • Kapillaraktive Materialien bevorzugen, wo Feuchte zu erwarten ist: Sie können begrenzte Feuchtemengen puffern.
  • Diffusionsoffene Oberflächen: Farben und Putze sollten Wasserdampf nicht unnötig bremsen.
  • Lüftungsverhalten anpassen: Nach der Dämmung kann weniger Wärme verloren gehen, wodurch sich Luftfeuchte stärker sammelt. Regelmäßiges Stoßlüften ist wichtig.
  • Möbelabstand zur Außenwand: Große Möbelstücke nicht direkt vor gedämmte Laibungen oder Außenwände stellen, damit Luft zirkulieren kann.
  • Feuchtequellen im Raum begrenzen: Wäsche nicht dauerhaft im Wohnraum trocknen, Dunstabzug beim Kochen nutzen.

Wenn bereits massiver Schimmelbefall vorhanden ist oder die Ursache unklar bleibt, sollte vor einer Dämmmaßnahme fachlicher Rat eingeholt werden. Eine Dämmung überdeckt Schimmel nicht dauerhaft, sondern kann das Problem verlagern.

Häufige Fehler beim Dämmen von Fensterlaibung und Rollladenkasten

Viele Probleme entstehen nicht durch das Material, sondern durch Details in der Ausführung. Typische Fehler:

  • Zu dicke Dämmung in der Laibung: Fensterflügel stoßen an, Beschläge lassen sich nicht mehr bedienen, Rollläden klemmen.
  • Nur punktuelle Verklebung der Platten: Hohlräume bleiben, in denen sich Feuchte sammelt.
  • Unvollständige Luftdichtung: Fugen bleiben offen, Zugluft und Feuchteeintrag sind weiterhin möglich.
  • Dämmung direkt auf feuchten oder verschimmelten Untergrund: Schimmel wächst verdeckt weiter, Bauschäden werden nicht behoben.
  • Dämmung im Rollladenkasten berührt bewegliche Teile: Rollladen läuft schwer oder blockiert, Gurt nutzt sich schneller ab.
  • Ungeeignete Materialien im Feuchtebereich: Empfindliche Hartschaumplatten an stark feuchtebelasteten Stellen ohne Schutz.

Wer solche Fehler vermeiden möchte, sollte sich vorab ein klares Konzept machen und im Zweifel lieber eine einfachere, aber sauber ausgeführte Lösung wählen.

Checkliste: Vorbereitung, Material, Arbeitsschritte

Die folgende Checkliste hilft, die Arbeiten strukturiert zu planen. Gehen Sie Punkt für Punkt durch, bevor Sie starten.

1. Vorbereitung

  • Alle Fenster und Rollladenkästen im Raum auf Zugluft und kalte Stellen prüfen
  • Sichtkontrolle auf Schimmel oder Feuchteflecken an Laibung, Sturz und Rollladenkasten
  • Fensterfunktion testen (Öffnungswinkel, Beschläge, Dichtungen)
  • Zugang zum Rollladenkasten prüfen (Revisionsklappe, Schrauben, Befestigung)
  • Entscheidung treffen, welche Bereiche gedämmt werden (nur Kasten, nur Laibung oder beides)

2. Material und Werkzeug

  • Passende Dämmplatten für die Laibung ausgewählt (z. B. kapillaraktiv bei Schimmelgefahr)
  • Dämmmatten oder Stopfmaterial für den Rollladenkasten besorgt
  • Geeignete Kleber, Spachtelmassen und ggf. Armierungsgewebe vorhanden
  • Dichtbänder oder Dichtstoffe für den Fensteranschluss und den Rollladenkasten eingeplant
  • Werkzeug vollständig (Cuttermesser, Säge, Spachtel, Schraubendreher, Maßband, Rührwerk)
  • Persönliche Schutzausrüstung bereit (Handschuhe, Brille, Maske)

3. Arbeitsschritte Laibung

  • Untergrund gereinigt, lose Teile entfernt
  • Schimmelursache geprüft und ggf. fachgerecht behandelt
  • Fugen am Fensterrahmen mit Stopfmaterial gefüllt und luftdicht verschlossen
  • Dämmplatten zugeschnitten, Dicke auf Fensterfunktion abgestimmt
  • Platten vollflächig verklebt, Stoßfugen dicht geschlossen
  • Oberfläche armiert und mit diffusionsoffener Beschichtung versehen

4. Arbeitsschritte Rollladenkasten

  • Revisionsklappe sicher geöffnet, Innenraum geprüft
  • Geeignete Dämmpositionen festgelegt, Abstand zu beweglichen Teilen eingehalten
  • Dämmmatten und Stopfmaterial zugeschnitten und eingebracht
  • Revisionsklappe ggf. gedämmt und Dichtung verbessert
  • Gurtführung auf Dichtheit geprüft und ggf. erneuert
  • Funktionstest des Rollladens durchgeführt (mehrfaches Hoch- und Runterfahren)

Wann besser ein Fachbetrieb beauftragen?

Viele Arbeiten lassen sich mit handwerklichem Geschick selbst ausführen. In einigen Situationen ist ein Fachbetrieb jedoch klar im Vorteil:

  • Ausgeprägter Schimmelbefall oder Feuchteschäden: Hier sollte zunächst die Ursache geklärt und eine Sanierungsstrategie entwickelt werden.
  • Komplexe Fensterkonstruktionen: Z. B. große Schiebeelemente, bodentiefe Fenster oder Kombinationen mit außenliegendem Sonnenschutz.
  • Unsicherheit bei der Materialwahl: Wenn unklar ist, ob eine Innendämmung bauphysikalisch unkritisch ist.
  • Geplante umfassende Dämmmaßnahmen: Wenn zusätzlich Fassade, Dach oder andere Bauteile gedämmt werden sollen, ist ein Gesamtkonzept sinnvoll. Dazu passt z. B. die Frage, ob eine altbau fassade dämmen von außen oder innen für Ihr Haus infrage kommt.
  • Fehlende Erfahrung mit Spachtel- und Putzarbeiten: Sichtbare Innenflächen sollen am Ende sauber aussehen; ein Profi spart hier oft Zeit und Nacharbeit.

Ein Fachbetrieb kann außerdem beurteilen, ob an anderen Stellen der Gebäudehülle – etwa an der Außenwand oder der obersten Geschossdecke – größere Einsparpotenziale bestehen, die sich mit vertretbarem Aufwand erschließen lassen.

FAQ: Häufige Fragen zu Fensterlaibung und Rollladenkasten dämmen

Was sollten Hausbesitzer beim Dämmen von Fensterlaibung und Rollladenkasten grundsätzlich verstehen?

Entscheidend ist, dass nicht nur „irgendwo“ Dämmstoff angebracht wird, sondern dass das gesamte System aus Fenster, Laibung, Sturz und Rollladenkasten betrachtet wird. Wärmebrücken entstehen an Übergängen und Fugen. Eine gute Lösung kombiniert daher Dämmung (zur Reduzierung der Wärmeverluste) mit Luftdichtheit (gegen Zugluft und Feuchteeintrag) und einem durchdachten Feuchteschutz. Wer das versteht, plant eher lückenlose, abgestimmte Maßnahmen statt isolierter Einzelaktionen.

Welche typischen Fehler sollten beim Nachdämmen von Laibung und Rollladenkasten vermieden werden?

Vermeiden Sie vor allem, Dämmung auf feuchte oder verschimmelte Untergründe zu kleben, Fugen und Hohlräume offen zu lassen und bewegliche Teile wie Rollladenpanzer oder Fensterflügel durch zu dicke Dämmung zu behindern. Auch das Weglassen von Dichtbändern oder luftdichten Anschlüssen ist ein häufiger Fehler: Dann bleibt die Zugluft, und Feuchte kann in die Konstruktion eindringen, obwohl gedämmt wurde.

Was ist nach dem Dämmen der Fensterlaibung und des Rollladenkastens der nächste sinnvolle Schritt?

Nach der Dämmung sollten Sie zunächst das Raumklima beobachten: Temperatur, Luftfeuchte und eventuelle neue Feuchteflecken. Passen Sie Ihr Lüftungsverhalten an und prüfen Sie, ob weitere Wärmebrücken im Raum bestehen, etwa an Außenwänden oder der obersten Geschossdecke. Häufig lohnt es sich, im nächsten Schritt größere Flächen der Gebäudehülle zu betrachten, zum Beispiel die altbau außenwand dämmen, um die insgesamt erreichbare Energieeinsparung zu erhöhen.

Kann man Fensterlaibungen immer von innen dämmen oder ist eine Außendämmung besser?

Eine Außendämmung ist bauphysikalisch oft günstiger, weil sie die gesamte Außenwand inklusive Laibung gleichmäßig wärmer hält und Feuchterisiken reduziert. Sie ist aber nicht immer möglich oder wirtschaftlich. Eine Innendämmung der Laibung kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn sie sorgfältig geplant und ausgeführt wird. Ob eine umfassende Außendämmung oder eine Kombination aus Außen- und Innendämmung besser passt, hängt vom Gebäudezustand, der Fassade und den geplanten Maßnahmen an anderen Bauteilen ab.

Wie lässt sich prüfen, ob die Dämmung von Rollladenkasten und Laibung erfolgreich war?

Im Alltag merken Sie es vor allem daran, dass es weniger zieht, die Oberflächen an Laibung und Sturz sich wärmer anfühlen und sich weniger Kondenswasser bildet. Wer es genauer wissen möchte, kann bei kalter Witterung mit einem Infrarotthermometer Oberflächentemperaturen vergleichen oder eine thermografische Untersuchung beauftragen. Wichtig ist, die Bereiche in den ersten Heizperioden regelmäßig auf Feuchte oder Schimmel zu kontrollieren, um frühzeitig nachbessern zu können.

Benedikt Hartmann

Benedikt Hartmann schreibt uber smarte Steuerung, Sensoren und Automatisierung im Alltag. Ihn interessiert besonders, wann Technik wirklich Energie spart.

Expertise: Smart Home und Automatisierung

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