Welche Raumtemperatur ist optimal? Empfehlungen pro Zimmer &

Welche Raumtemperatur ist optimal? Übersichtliche Empfehlungen pro Zimmer, Vergleich von Komfort- und Sparstrategie, Tipps für Schlafzimmer, Bad, selten genutzte Räume, Kinderzimmer, Homeoffice und Mehrfamilienhäuser

Für die meisten Menschen liegt die angenehme Raumtemperatur in Wohn- und Arbeitsräumen bei etwa 20–22 °C. Im Schlafzimmer sind oft kühlere 16–18 °C ideal, während das Bad zu Nutzungszeiten rund 22–24 °C haben darf. Flure und selten genutzte Räume kommen meist mit etwa 16–18 °C aus. Die optimale Temperatur ist immer ein Kompromiss aus Gesundheit, Komfort und Heizkosten – und hängt stark von der Nutzung des jeweiligen Raums ab.

Wer energieeffizient heizen möchte, wählt eher die untere Grenze dieser Bereiche und gleicht mit Kleidung, Teppichen und kluger Nutzung aus. Wer sehr kälteempfindlich ist oder mit Babys, älteren oder kranken Personen zusammenlebt, orientiert sich eher an der oberen Grenze.

Welche raumtemperatur ist optimal: Schaubild der wichtigsten Elemente
Welche raumtemperatur ist optimal: visueller Überblick über die wichtigsten Entscheidungspunkte.

Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad & Co.: Vergleich der typischen Temperaturbereiche

Die folgende Tabelle fasst typische Wohlfühlbereiche nach Raumnutzung zusammen und zeigt, wann welche Einstellung sinnvoll ist. Es handelt sich um Orientierungswerte, keine starren Vorgaben – individuelle Vorlieben und die Bausubstanz spielen immer mit hinein.

Raum / Nutzung Typischer Wohlfühlbereich Wann eher untere Grenze? Wann eher obere Grenze? Besonderheiten für Komfort & Energieeffizienz
Wohnzimmer / Aufenthaltsraum ca. 20–22 °C Gute Dämmung, warme Kleidung, viel Bewegung Viel Sitzen, kleine Kinder, ältere oder kranke Personen Jedes zusätzliche Grad über ca. 20 °C erhöht den Heizbedarf spürbar – bewusst abwägen
Esszimmer / offene Wohnküche ca. 19–21 °C Häufiges Kochen, zusätzliche Wärmequellen Langes Sitzen, zugige Bereiche Küchenabwärme mitdenken, sonst schnell zu warm
Küche (separat) ca. 18–20 °C Regelmäßige Nutzung von Herd/Backofen Wenig Kochen, Nordlage, schlechte Dämmung Etwas kühler spart Energie, da Geräte Wärme liefern
Schlafzimmer (Erwachsene) ca. 16–18 °C Warme Bettdecke, gesunde Erwachsene Stark kälteempfindliche Personen, gesundheitliche Probleme Kühle Luft fördert oft guten Schlaf, zu kalt kann verspannen
Kinderzimmer tagsüber ca. 20–22 °C Viel Bewegung, warme Kleidung Babys, viel Spielen auf dem Boden Bodenkomfort wichtig, da Kinder viel am Boden sind
Kinderzimmer nachts ca. 18–20 °C Warmer Schlafsack, gesunde Kinder Sehr kleine oder kranke Kinder Etwas wärmer als Erwachsenenschlafzimmer, aber nicht überheizen
Homeoffice / Arbeitszimmer ca. 20–22 °C Zwischendurch Bewegung, warme Kleidung Langes Sitzen, wenig Bewegung Kalte Hände/Füße mindern Konzentration – lieber leicht wärmer als frieren
Bad zu Komfortzeiten ca. 22–24 °C Kurze Nutzung, schnelles Abtrocknen Kinder, ältere Menschen, langes Baden/Duschen Nur zu Komfortzeiten hochheizen, sonst absenken
Bad außerhalb Komfortzeiten ca. 18–20 °C Gute Lüftung, trockene Wände Feuchtegefährdete Bäder, Außenwände Verhindert Auskühlung und Schimmel, spart trotzdem Energie
Flur / Diele ca. 16–18 °C Türen zu warmen Räumen meist geschlossen Offener Grundriss, viel Durchgang Zu kalte Flure fördern Zugluft und kühlen angrenzende Räume aus
Selten genutztes Gästezimmer ca. 16–18 °C Gute Dämmung, trockene Wände Außenwände, wenig Lüftung Minimaltemperatur gegen Schimmel, bei Nutzung rechtzeitig vorheizen
Abstell- und Hobbyräume ca. 14–18 °C Trockene, gut belüftete Räume Empfindliche Gegenstände, feuchte Wände Nicht auskühlen lassen, regelmäßig lüften, Temperatur an Feuchterisiko anpassen

Gesundheit vs. Energieverbrauch: Wie du den passenden Mittelweg findest

Viele Menschen empfinden 20–22 °C in Wohn- und Arbeitsräumen als besonders angenehm. Deutlich kälter als etwa 16 °C kann auf Dauer ungemütlich sein, deutlich wärmer als 26 °C belastet den Kreislauf und trocknet die Luft stark aus. Gleichzeitig gilt: Jedes Grad weniger spart Heizenergie. Wie stark, hängt vom Gebäude ab, der Effekt ist aber in der Heizkostenabrechnung deutlich spürbar.

Welche raumtemperatur ist optimal: praktische Checkliste vor der Umsetzung
Welche raumtemperatur ist optimal: kompakte Checkliste für den nächsten praktischen Schritt.

Um einen sinnvollen Kompromiss zu finden, helfen diese Leitlinien:

Welche raumtemperatur ist optimal: visueller Vergleich der Optionen
Welche raumtemperatur ist optimal: direkte Gegenüberstellung praktischer Optionen.
  • Gesundheit geht vor: Niemand sollte frieren oder dauerhaft kalte Hände und Füße haben. Bei Babys, älteren oder kranken Personen lieber etwas wärmer einplanen.
  • Bewusst entscheiden statt „Standard 23 °C“: Prüfe, ob 20–21 °C mit Pullover und Hausschuhen angenehm sind, bevor du höher drehst.
  • Räume unterschiedlich behandeln: Aufenthaltsräume etwas wärmer, Schlafzimmer und Flure kühler – so bleibt es komfortabel und energieeffizient.
  • Heizzeiten an Nutzung anpassen: Räume nur dann auf Wohlfühltemperatur bringen, wenn sie wirklich genutzt werden (z. B. Bad, Homeoffice, Gästezimmer).
  • Andere Sparhebel nutzen: Wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht stark absenken kannst, lohnt es sich, an anderer Stelle Energie zu sparen, etwa indem du den Standby Stromverbrauch reduzierst.

Spezialfall Schlafzimmer: kühl schlafen, aber nicht auskühlen

Im Schlafzimmer ist die optimale Temperatur besonders individuell. Viele schlafen bei 16–18 °C gut, andere brauchen es etwas wärmer. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Raumtemperatur, Bettdecke, Schlafkleidung und persönlicher Empfindlichkeit.

So findest du eine gute Einstellung für dein Schlafzimmer:

  • Schrittweise absenken: Wenn du bisher bei 21–22 °C schläfst, reduziere in 1-Grad-Schritten und beobachte jeweils ein paar Nächte, wie du schläfst.
  • Decke und Schlafkleidung anpassen: Lieber eine etwas dickere Decke und kühlere Luft als umgekehrt. Unter einer zu warmen Decke schwitzt man schnell, der Schlaf wird unruhig.
  • Bodenkomfort sichern: Kalte Füße beim Aufstehen sind unangenehm. Teppichläufer oder Hausschuhe helfen, ohne den ganzen Raum stark aufzuheizen.
  • Regelmäßig stoßlüften: Auch bei kühleren Temperaturen ist frische Luft wichtig. Kurz und kräftig lüften, damit Feuchtigkeit entweicht, ohne dass der Raum komplett auskühlt.
  • Babys und Kleinkinder: Für sie ist meist ein Bereich von etwa 18–20 °C sinnvoll. Wichtig ist passende Schlafkleidung (z. B. Schlafsack) und dass sie weder schwitzen noch frieren.

Bad effizient heizen: Komfortzeiten statt Dauerbetrieb

Im Bad wünschen sich viele Menschen 22–24 °C, vor allem beim Duschen oder Baden. Dauerhaft so hoch zu heizen, kostet jedoch viel Energie. Effizienter ist eine zeitlich gesteuerte Heizstrategie:

  • Komfortzeiten festlegen: Typisch sind morgens und abends feste Zeitfenster von jeweils etwa 30–60 Minuten, in denen das Bad angenehm warm sein soll.
  • Vorlauf einplanen: Heizkörper brauchen meist weniger Vorlauf als Fußbodenheizungen. Stelle die Heizung so ein, dass das Bad zu Beginn der Komfortzeit bereits warm ist.
  • Zwischenzeiten absenken: Außerhalb der Komfortzeiten reichen oft 18–20 °C, damit der Raum nicht auskühlt und Feuchtigkeit keine Chance hat.
  • Nach dem Duschen stoßlüften: Fenster für einige Minuten weit öffnen, damit die feuchte Luft entweichen kann. So sinkt das Schimmelrisiko, ohne dass der Raum dauerhaft kalt wird.
  • Fußbodenheizung feinjustieren: Wenn du eine Fußbodenheizung hast, lohnt es sich, sie so einzustellen, dass der Boden angenehm warm ist, ohne das Bad dauerhaft zu überheizen. Eine detaillierte Anleitung, wie du die Fußbodenheizung richtig einstellen kannst, hilft bei der Optimierung.

Selten genutzte Räume: Minimaltemperatur und Lüftung im Griff behalten

Gästezimmer, Abstellräume oder Hobbyräume werden oft nur gelegentlich genutzt. Die Heizung dort fast ganz abzudrehen, wirkt verlockend, kann aber Schimmel und Bauschäden begünstigen, wenn Wände stark auskühlen und feuchte Luft kondensiert.

Eine bewährte Strategie für solche Räume:

  • Moderate Minimaltemperatur halten: Häufig sind etwa 16–18 °C ein sinnvoller Bereich, um Bauteile nicht auskühlen zu lassen.
  • Regelmäßig lüften: Auch selten genutzte Räume brauchen Frischluft. Mehrmals pro Woche kurz stoßlüften, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit (z. B. nach Wäsche trocknen in der Wohnung).
  • Türen meist geschlossen halten: So strömt weniger warme, feuchte Luft aus anderen Räumen hinein, die an kälteren Wänden kondensieren könnte.
  • Rechtzeitig vorheizen: Wenn Besuch kommt oder du den Raum nutzen willst, einige Stunden vorher die Temperatur anheben, statt kurz vor knapp „voll aufzudrehen“.

Kinderzimmer und Homeoffice: worauf du besonders achten solltest

Kinderzimmer: Temperatur, Boden und Luftqualität

Im Kinderzimmer zählt nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch, wie sich der Boden anfühlt und wie gut die Luft ist.

  • Tagsüber: Meist sind 20–22 °C sinnvoll, damit Kinder beim Spielen nicht auskühlen.
  • Nachts: Etwas kühler, etwa 18–20 °C, reicht oft aus – abhängig von Schlafkleidung und Decke.
  • Bodenkomfort: Teppiche, Spielmatten oder Korkböden verhindern, dass Kinder beim Spielen auf kaltem Untergrund sitzen.
  • Regelmäßiges Stoßlüften: Kinderzimmer sind oft vollgestellt, die Luft wird schnell verbraucht. Mehrmals täglich kurz lüften verbessert Schlaf und Konzentration.
  • Überheizung vermeiden: Zu warme Kinderzimmer können zu unruhigem Schlaf führen. Lieber leicht kühler und mit passender Decke ausgleichen.

Homeoffice: konzentriert arbeiten ohne zu frieren

Im Homeoffice sitzt man häufig stundenlang fast bewegungslos. Selbst bei 20 °C können sich Hände und Füße kalt anfühlen.

  • Temperaturbereich: Viele Menschen arbeiten bei 20–22 °C konzentriert.
  • Zugluft vermeiden: Stelle den Schreibtisch nicht direkt vor undichte Fenster oder Türen. Kalte Luftströme machen das Sitzen unangenehm, auch wenn das Thermometer eine „gute“ Temperatur zeigt.
  • Lokale Wärmequellen nutzen: Warme Socken, eine Fußmatte oder eine Decke auf dem Stuhl helfen oft mehr als das Hochdrehen der Heizung im ganzen Raum.
  • Bewegungspausen einplanen: Kurze Pausen mit ein paar Schritten oder leichten Übungen wärmen den Körper und verbessern die Konzentration.
  • Technik mitdenken: Computer und Monitore geben Wärme ab. In kleinen Räumen kann das die Temperatur merklich erhöhen – gut für die Heizkosten, aber auf ausreichende Lüftung achten.

Tipps für Mehrfamilienhäuser: Heizverhalten sinnvoll abstimmen

In Mehrfamilienhäusern beeinflusst das Heizverhalten der Nachbarn oft das eigene Wohnklima. Kalte Wohnungen über, unter oder neben der eigenen Wohnung können Wände auskühlen, sehr warme Nachbarwohnungen liefern dagegen „Mitwärme“.

So kannst du in einem Mehrfamilienhaus sinnvoll reagieren:

  • Gespräch suchen: Wenn jemand extrem wenig oder extrem viel heizt und dadurch Probleme entstehen (z. B. kalte Wände, Schimmelgefahr), hilft oft ein sachliches Gespräch über gemeinsame Interessen: Bauschutz und angenehmes Klima für alle.
  • Heizkörper freihalten: Gerade in kleineren Wohnungen werden Heizkörper gern mit Möbeln zugestellt. Das verschlechtert die Wärmeverteilung und kann zu kalten Ecken führen.
  • Gemeinsame Mindesttemperaturen überlegen: In Absprache mit Vermieter oder Hausverwaltung können sinnvolle Mindesttemperaturen in Fluren, Kellern oder Treppenhäusern festgelegt werden, um Leitungen und Bauteile zu schützen.
  • Thermostate nutzen: Auch bei zentraler Heizung lohnt es sich, die Thermostatventile in der eigenen Wohnung bewusst zu nutzen und Räume je nach Nutzung unterschiedlich einzustellen.

Komfortorientiert vs. energieorientiert heizen: welcher Ansatz passt zu dir?

Viele stehen vor der Frage: Lieber maximaler Komfort oder möglichst niedrige Heizkosten? In der Praxis ist ein Mittelweg sinnvoll. Die folgende Tabelle vergleicht zwei typische Strategien.

Heizstrategie Typische Einstellungen Vorteile Nachteile / Risiken Passt gut zu …
Komfortorientiert Wohnräume eher 22–23 °C, Schlafzimmer um 19–20 °C, Bad oft dauerhaft warm Sehr behaglich, kaum Frieren, weniger Diskussionen in der Familie Deutlich höherer Heizenergiebedarf, trockene Luft, Kreislaufbelastung bei sehr warmen Räumen Stark kälteempfindliche Personen, Haushalte mit kleinen Kindern oder kranken Personen, wenn Heizkosten tragbar sind
Energieorientiert Wohnräume eher 19–21 °C, Schlafzimmer 16–18 °C, Bad nur zu Komfortzeiten warm Spürbare Heizkosteneinsparung, oft besseres Schlafklima, geringere Überhitzung Manche empfinden es anfangs als zu kühl, erfordert Anpassung bei Kleidung und Gewohnheiten Gesunde Erwachsene, die bewusst sparen wollen und bereit sind, sich etwas umzustellen

Entscheidungskriterien: So bestimmst du deine optimale Raumtemperatur

Um für jeden Raum eine passende Einstellung zu finden, helfen diese Fragen als Entscheidungskriterien:

  • Wie lange halte ich mich im Raum auf?
    Lange Aufenthaltsdauer (Wohnzimmer, Homeoffice) spricht für einen enger eingestellten Wohlfühlbereich. Kurz genutzte Räume (Flur, Abstellraum) kommen mit geringerer Temperatur aus.
  • Was mache ich dort?
    Wer viel sitzt oder liegt (Sofa, Bett, Schreibtisch), braucht es wärmer als jemand, der sich viel bewegt (Küche, Hobbyraum).
  • Wer nutzt den Raum?
    Kinder, ältere Menschen oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen benötigen oft etwas höhere Temperaturen als gesunde Erwachsene.
  • Wie ist der Raum gebaut?
    Außenwände, große Fensterflächen und Zugluft können dazu führen, dass eine nominell „gleiche“ Temperatur sich kälter anfühlt. Dann sind Dämmmaßnahmen oder Abdichtungen oft sinnvoller als dauerhaft höheres Heizen.
  • Wie wichtig ist dir das Sparpotenzial?
    Wer Heizkosten und Umwelt stark im Blick hat, wählt eher die unteren empfohlenen Bereiche und optimiert zusätzlich andere Faktoren wie Smart Home Energie sparen Beispiele oder effiziente Geräte.

Praktischer Ablauf: In 6 Schritten zu passenden Raumtemperaturen

Mit diesem einfachen Ablauf kannst du deine Wohnung systematisch einstellen und testen.

  1. Ist-Zustand messen
    Stelle in jedem wichtigen Raum ein Thermometer auf (nicht direkt über dem Heizkörper oder am Fenster). Notiere ein bis zwei Tage lang die Temperaturen zu typischen Nutzungszeiten.
  2. Räume nach Nutzung gruppieren
    Unterscheide zwischen Aufenthaltsräumen (Wohnzimmer, Küche, Homeoffice), Schlafräumen, Bad, Fluren und selten genutzten Räumen. So kannst du für jede Gruppe ähnliche Ziele setzen.
  3. Zielbereiche festlegen
    Lege für jeden Raum einen Zielbereich fest, z. B. Wohnzimmer 20–21 °C, Schlafzimmer 17–18 °C, Bad 22–23 °C zu Komfortzeiten, Flur 17 °C, Gästezimmer 16–18 °C.
  4. Thermostate anpassen
    Stelle Heizkörper- oder Raumthermostate so ein, dass sie diese Bereiche ungefähr treffen. Gehe in kleinen Schritten vor (z. B. halbe Stufe) und warte ein bis zwei Tage, bis sich die Temperatur eingependelt hat.
  5. Komfort prüfen und nachjustieren
    Fragt euch in der Familie: Friert jemand? Ist jemandem zu warm? Passe die Temperatur in 1-Grad-Schritten an und nutze zusätzlich Kleidung, Decken, Teppiche oder Vorhänge, um das Empfinden zu verbessern.
  6. Heizzeiten optimieren
    In Räumen, die nicht durchgehend genutzt werden (Bad, Homeoffice, Gästezimmer), lohnt sich eine zeitgesteuerte Heizung. Programmierbare Thermostate oder smarte Heizkörperventile können hier helfen, ohne Komfortverlust Energie zu sparen.

Häufige Fehler beim Einstellen der Raumtemperatur

Einige typische Fehler sorgen dafür, dass es trotz eigentlich „richtiger“ Temperatur ungemütlich wird oder unnötig viel Energie verloren geht:

  • Zu große Temperaturunterschiede zwischen Räumen: Wenn ein Raum sehr warm und der Nachbarraum sehr kalt ist, entsteht Zugluft, und Feuchtigkeit kann sich an kalten Wänden niederschlagen.
  • Heizung nachts komplett abdrehen: Starkes Absenken lässt Wände und Möbel auskühlen. Das morgendliche Wiederaufheizen braucht dann viel Energie und kann das Raumklima verschlechtern.
  • Dauerhaft gekippte Fenster: Die Heizung läuft gegen die einströmende Kaltluft an, der Raum wird nicht richtig warm, und viel Energie geht verloren. Besser: mehrmals täglich kurz und weit öffnen.
  • Heizkörper zustellen oder verhängen: Vorhänge, Sofas oder Schränke vor dem Heizkörper verhindern, dass sich die Wärme im Raum verteilt. Das Thermostat „denkt“, es sei warm genug, während der Rest des Raums kalt bleibt.
  • Nur auf die Zahl schauen: 20 °C in einem gut gedämmten, zugfreien Raum fühlen sich anders an als 20 °C in einem zugigen Altbau. Immer Thermometerwert und eigenes Empfinden berücksichtigen.
  • Bad dauerhaft überheizen: Aus Bequemlichkeit das Bad immer sehr warm zu halten, treibt die Kosten hoch. Besser ist eine klare Trennung zwischen Komfortzeiten und abgesenkter Temperatur.

Checkliste: Raumtemperaturen im Überblick (zum Nachmachen)

Mit dieser kompakten Checkliste kannst du deine Wunschtemperaturen festlegen und regelmäßig prüfen, ob alles passt. Übertrage sie einfach in dein Notizbuch oder eine App.

  • Wohnzimmer
    • Zieltemperatur tagsüber: … °C (Orientierung: 20–22 °C)
    • Wird viel gesessen? Ja / Nein → bei „Ja“ eher obere Grenze wählen
    • Fühlt sich jemand regelmäßig kalt? Ja / Nein → ggf. +1 °C oder Decke/Teppich ergänzen
  • Küche / Essbereich
    • Zieltemperatur: … °C (Orientierung: 18–21 °C)
    • Wird viel gekocht? Ja / Nein → bei „Ja“ eher untere Grenze wählen
    • Gibt es Zugluft an Fenstern/Türen? Ja / Nein → Abdichtung prüfen
  • Schlafzimmer (Erwachsene)
    • Zieltemperatur nachts: … °C (Orientierung: 16–18 °C)
    • Schläfst du durch oder wachst du frierend/verschwitzt auf? → Temperatur und Decke anpassen
    • Stoßlüftung vor dem Schlafengehen eingeplant? Ja / Nein
  • Kinderzimmer
    • Zieltemperatur tagsüber: … °C (Orientierung: 20–22 °C)
    • Zieltemperatur nachts: … °C (Orientierung: 18–20 °C)
    • Spielen Kinder viel auf dem Boden? Ja / Nein → Teppich/Matten ergänzen
  • Homeoffice / Arbeitszimmer
    • Zieltemperatur Arbeitszeit: … °C (Orientierung: 20–22 °C)
    • Kalte Hände/Füße trotz „guter“ Temperatur? Ja / Nein → lokale Wärmequellen und Bewegungspausen einplanen
    • Schreibtisch in Zugluft? Ja / Nein → Standort oder Abdichtung prüfen
  • Bad
    • Zieltemperatur Komfortzeiten: … °C (Orientierung: 22–24 °C)
    • Komfortzeiten morgens: … Uhr bis … Uhr
    • Komfortzeiten abends: … Uhr bis … Uhr
    • Stoßlüftung nach Duschen/Baden: Ja / Nein
  • Flur / Diele
    • Zieltemperatur: … °C (Orientierung: 16–18 °C)
    • Türen zu warmen Räumen meist geschlossen? Ja / Nein
  • Selten genutzte Räume
    • Minimaltemperatur: … °C (Orientierung: 16–18 °C)
    • Regelmäßige Stoßlüftung eingeplant? Ja / Nein
    • Feuchte- oder Schimmelflecken sichtbar? Ja / Nein → Ursachen prüfen lassen

FAQ: Häufige Fragen zur optimalen Raumtemperatur

Ist 20 Grad im Wohnzimmer zu kalt?

Für viele Menschen sind 20 °C im Wohnzimmer ein guter Kompromiss aus Komfort und Energieverbrauch. Wer sich viel bewegt oder warme Kleidung trägt, empfindet 20 °C oft als angenehm. Wenn du jedoch viel ruhig sitzt, etwa auf dem Sofa oder vor dem Fernseher, können 20 °C als leicht kühl wirken. Dann helfen ein Pullover, eine Decke oder das Anheben der Temperatur um 1 °C. Spürst du dauerhaft kalte Hände und Füße, ist es für dich persönlich eher zu kalt eingestellt.

Sind 23 Grad im Wohnzimmer gut?

23 °C im Wohnzimmer werden von vielen als sehr behaglich empfunden, besonders wenn man in T-Shirt und ohne Hausschuhe unterwegs ist. Allerdings steigt mit jedem Grad über etwa 20 °C der Heizenergiebedarf deutlich. Wenn du Heizkosten und Umwelt im Blick behalten möchtest, lohnt es sich zu testen, ob 21–22 °C mit etwas wärmerer Kleidung nicht ausreichen. Für besonders kälteempfindliche Personen oder Haushalte mit kleinen Kindern kann 23 °C aber eine nachvollziehbare Wahl sein.

Wie viel Grad sollte man in der Wohnung im Winter haben?

Im Winter bewährt sich eine zimmerweise abgestufte Temperatur: Aufenthaltsräume wie Wohnzimmer und Homeoffice meist um 20–22 °C, Schlafzimmer eher kühler mit etwa 16–18 °C, Kinderzimmer tagsüber 20–22 °C und nachts etwas darunter, Flure und selten genutzte Räume etwa 16–18 °C. Das Bad darf zu Nutzungszeiten wärmer sein (rund 22–24 °C), sollte aber nicht dauerhaft so hoch geheizt werden. Wichtig ist, dass niemand friert und die Temperaturunterschiede zwischen den Räumen nicht zu extrem ausfallen.

Was ist die gesündeste Raumtemperatur?

Eine pauschal „gesündeste“ Raumtemperatur gibt es nicht, da Menschen unterschiedlich empfindlich sind. Viele fühlen sich in Wohn- und Arbeitsräumen bei etwa 20–22 °C am wohlsten. Temperaturen deutlich unter 16 °C können auf Dauer unangenehm sein, besonders für empfindliche Personen, während dauerhaft sehr warme Räume über 26 °C den Kreislauf belasten und die Luft stark austrocknen. Für ein gesundes Raumklima sind neben der Temperatur auch regelmäßiges Lüften, eine passende Luftfeuchtigkeit und geeignete Kleidung entscheidend.

Matthias Konig

Matthias Konig beschaftigt sich mit effizientem Heizen, Dammung und technischen Grundlagen im Wohngebaude. Sein Ziel sind klare Erklarungen ohne unnotige Fachsprache.

Expertise: Heizung, Dammung und Gebaudetechnik

Cookies auf Wattoria

Wir verwenden notwendige Cookies und optionale Dienste, um Wattoria nutzerfreundlich zu betreiben. Sie konnen selbst entscheiden.