Wer im Altbau wohnt und über Wärmeschutzverglasung nachdenkt, steht meist vor drei Fragen: Lohnt sich das überhaupt, was kostet es ungefähr – und reicht ein Scheibentausch oder müssen neue Fenster her? Die kurze praktische Einordnung: In vielen Altbauten bringt schon ein gut geplanter Tausch der Verglasung oder ein neues Fenster spürbar mehr Komfort und geringere Heizkosten. Ob sich das rechnet, hängt vor allem vom Zustand der alten Fenster, der Heizkostenhöhe und den baulichen Vorgaben (z. B. Denkmalschutz) ab.
Der folgende Leitfaden hilft, die wichtigsten Varianten zu verstehen, Angebote einzuordnen und eine Entscheidung zwischen Scheibentausch, Vorsatzfenster und Komplettaustausch zu treffen.
Wärmeschutzverglasung verstehen: 2-fach, 3-fach und Ug-Werte im Vergleich
Bevor es um konkrete Maßnahmen im Altbau geht, ist wichtig zu wissen, was mit „Wärmeschutzverglasung“ überhaupt gemeint ist und wie sich verschiedene Verglasungen unterscheiden.


Was bedeutet Wärmeschutzverglasung?
Unter Wärmeschutzverglasung versteht man Mehrscheiben-Isolierglas, das deutlich weniger Wärme nach außen verliert als einfaches oder älteres Isolierglas. Typisch ist:

- mindestens zwei Glasscheiben,
- ein mit Gas (häufig Argon) gefüllter Zwischenraum,
- eine spezielle Beschichtung auf der Glasinnenseite, die Wärmestrahlung im Raum hält.
Ug-Wert: Der wichtigste Kennwert für das Glas
Der Ug-Wert beschreibt, wie gut die Glasscheibe dämmt. Je kleiner der Wert, desto besser der Wärmeschutz. Für die Praxis reicht folgende grobe Orientierung:
- Altes Einfachglas: sehr hoher Wärmeverlust, deutlich schlechtere Dämmung.
- Älteres Isolierglas aus den 70er/80er Jahren: merklich besser als Einfachglas, aber deutlich schlechter als moderne Wärmeschutzverglasung.
- Moderne 2-fach-Wärmeschutzverglasung: deutlich geringerer Wärmeverlust als ältere Verglasungen.
- Moderne 3-fach-Wärmeschutzverglasung: nochmals besserer Wärmeschutz, dafür schwerer und mit anderen baulichen Anforderungen.
Wichtig: Der Ug-Wert bezieht sich nur auf das Glas. Für das gesamte Fenster ist der Uw-Wert entscheidend (Glas + Rahmen + Abstandhalter). Angebote sollten immer einen Uw-Wert ausweisen, wenn es um komplette neue Fenster geht.
2-fach- vs. 3-fach-Verglasung im Altbau
Im Neubau ist 3-fach-Verglasung heute weit verbreitet. Im Altbau ist die Entscheidung komplexer:
- 2-fach-Verglasung ist leichter, passt besser in viele bestehende Rahmen und ist oft ein guter Kompromiss aus Wärmeschutz, Gewicht und Kosten.
- 3-fach-Verglasung bietet besseren Wärmeschutz, ist aber schwerer und stellt höhere Anforderungen an Rahmen, Beschläge und Anschluss an die Wand. In manchen Altbauten ist sie technisch oder aus Feuchteschutzgründen nicht immer die erste Wahl.
Ob 3-fach-Verglasung sinnvoll ist, sollte ein Fachbetrieb anhand des konkreten Fensters und der Bausituation beurteilen.
Besonderheiten im Altbau: Denkmalschutz, schmale Rahmen, Optik
Altbaufenster sind oft mehr als nur Bauteile – sie prägen die Fassade und den Charakter des Hauses. Gleichzeitig sind sie häufig Schwachstellen beim Wärmeschutz. Drei Punkte sind im Bestand besonders wichtig:
Denkmalschutz und Gestaltungsvorgaben
Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Häusern mit erhaltenswerter Fassade kann es Vorgaben geben, wie Fenster aussehen müssen (Sprossen, Profilbreiten, Material). Typische Konsequenzen:
- Originale Holzrahmen sollen erhalten bleiben.
- Ansicht von außen darf sich kaum verändern.
- Bestimmte Glasarten (z. B. stark spiegelnde Beschichtungen) sind eventuell nicht erwünscht.
In solchen Fällen kommen häufig Vorsatzfenster oder der Tausch der Scheiben bei Erhalt der Rahmen in Frage. Vorab sollte mit der zuständigen Stelle geklärt werden, was erlaubt ist.
Schmale oder geschwächte Rahmen
Viele Altbaufenster haben schmale Holzprofile. Diese sind oft nicht für das Gewicht moderner 3-fach-Verglasung ausgelegt. Mögliche Folgen bei Überlastung:
- Rahmen verzieht sich, Flügel schleifen.
- Beschläge verschleißen schneller.
- Dichtheit und Bedienkomfort leiden.
Ein seriöser Fensterbauer prüft daher, ob der vorhandene Rahmen eine neue, schwerere Verglasung dauerhaft tragen kann oder ob ein kompletter Austausch sinnvoller ist.
Optik und Innenraumklima
Viele Eigentümer möchten die typische Optik (schmale Profile, Sprossen) erhalten, gleichzeitig aber Zugluft und kalte Oberflächen loswerden. Hier ist oft eine Kombination aus:
- Verbesserung der Verglasung,
- Abdichtung von Fugen und Beschlägen,
- ggf. Einbau von Vorsatzfenstern
eine gute Lösung. Wer zusätzlich ohne große Baumaßnahmen sparen möchte, findet weitere Ansätze im Beitrag zu energie sparen im altbau ohne sanierung.
Varianten, um Wärmeschutzverglasung im Altbau nachzurüsten
Für bestehende Altbaufenster kommen im Wesentlichen drei Wege in Frage. Sie unterscheiden sich in Eingriffstiefe, Kosten, Optik und Einsparpotenzial.
Variante 1: Scheibentausch im bestehenden Rahmen
Hier bleiben Rahmen und Flügel erhalten, nur die Glasscheiben werden durch moderne Wärmeschutzverglasung ersetzt.
- Voraussetzung: Rahmen ist stabil, nicht stark verzogen oder verfault, Beschläge funktionieren, Falzbreite reicht für neue Verglasung.
- Vorteile: Geringerer Aufwand als Komplettaustausch, Optik bleibt weitgehend erhalten, meist deutlich besserer Wärmeschutz als vorher.
- Nachteile: Wärmeschutz bleibt durch alten Rahmen begrenzt, Dichtungen und Anschluss an die Wand müssen sorgfältig geprüft und ggf. verbessert werden.
Variante 2: Vorsatzfenster (Innen- oder Außenfenster)
Ein zusätzliches Fenster wird vor oder hinter das bestehende Fenster gesetzt. Zwischen den beiden Fenstern entsteht ein Luftzwischenraum, der den Wärmeschutz verbessert.
- Vorteile: Originalfenster bleibt erhalten (wichtig bei Denkmalschutz), deutliche Verbesserung von Schallschutz und Wärmeschutz möglich, Eingriff in die Fassade oft gering.
- Nachteile: Mehr Aufwand bei Reinigung und Bedienung (zwei Fensterebenen), optische Veränderung im Innenraum, sorgfältige Planung zur Vermeidung von Feuchteproblemen nötig.
Variante 3: Kompletter Fenstertausch
Das alte Fenster wird vollständig ausgebaut und durch ein neues Fenster mit moderner Wärmeschutzverglasung ersetzt.
- Vorteile: Bestmögliche Kombination aus Glas- und Rahmendämmung, bessere Luftdichtheit, moderne Beschläge, oft höherer Schallschutz.
- Nachteile: Höchster Aufwand und die größten Kosten, Eingriff in Fassade und Laibung, Optik ändert sich stärker (sofern nicht speziell auf Altbauoptik geachtet wird).
Vergleichstabelle: Scheibentausch, Vorsatzfenster oder neue Fenster?
| Variante | Wann sinnvoll | Typische Vorteile | Typische Nachteile / Risiken | Worauf besonders achten |
|---|---|---|---|---|
| Scheibentausch im bestehenden Rahmen | Rahmen ist stabil, optisch gewünscht und nicht denkmalgeschützt eingeschränkt; Falzbreite erlaubt moderne Isolierverglasung. | Geringerer Aufwand, Fassade bleibt unverändert, spürbar bessere Oberflächentemperatur und weniger Zugerscheinungen. | Wärmeschutz durch alten Rahmen begrenzt; bei maroden Dichtungen bleibt es zugig; zu schwere Verglasung kann Rahmen überlasten. | Rahmenzustand prüfen lassen, passende Glasdicke und -gewicht wählen, Dichtungen und Beschläge ggf. erneuern. |
| Vorsatzfenster (innen oder außen) | Denkmalschutz oder Wunsch, Originalfenster zu erhalten; sehr zugige oder schallbelastete Lage; optische Vorgaben an der Fassade. | Originaloptik außen bleibt, Wärmeschutz und Schallschutz können deutlich steigen, Eingriffe in die Bausubstanz oft gering. | Mehr Aufwand bei Lüften und Reinigen; falsche Ausführung kann zu Kondensat im Zwischenraum führen; zusätzlicher Platzbedarf. | Feuchteschutzkonzept (Lüftung) klären, Bedienbarkeit testen, Befestigung und Dichtung der Vorsatzkonstruktion sorgfältig planen. |
| Kompletter Fenstertausch | Rahmen stark beschädigt oder verzogen; sehr hoher Energieverlust; keine strengen Denkmalschutzauflagen; ohnehin Fassadenarbeiten geplant. | Sehr guter Wärmeschutz möglich, moderne Dichtungsebenen, bessere Einbruchsicherheit und Bedienkomfort. | Höchste Investition; Optik ändert sich; unsaubere Montage kann Wärmebrücken oder Undichtigkeiten verursachen. | Uw-Wert des Fensters, fachgerechte Montage in der Laibung, Anschluss an Putz und Dämmung, passende Optik für den Altbau. |
Kosten grob einordnen: Wärmeschutzverglasung im Altbau
Konkrete Preise hängen stark von Region, Fenstergröße, Glasart, Rahmenmaterial und Arbeitsaufwand ab. Für die Planung lassen sich aber typische Größenordnungen unterscheiden. Da exakte Zahlen stark schwanken, sollten immer aktuelle Angebote eingeholt werden.
Kostenbereiche pro Fenster und Quadratmeter Glas
Zur Orientierung können Sie mit folgenden Tendenzen rechnen (ohne Anspruch auf exakte Beträge):
- Scheibentausch: Meist deutlich günstiger als ein kompletter Fenstertausch, da Rahmen und ein Teil der Beschläge erhalten bleiben. Die Kosten steigen mit der Glasfläche und speziellen Ausstattungen (z. B. Sicherheitsglas, Schallschutz).
- Vorsatzfenster: Je nach System (einfaches Innenfenster vs. maßgefertigte Konstruktion) können die Kosten pro Fenster ähnlich oder höher liegen als beim Scheibentausch, insbesondere wenn Sonderformen oder Sprossen gewünscht sind.
- Kompletter Fenstertausch: Hier fallen Materialkosten für Rahmen und Glas sowie Ausbau und Entsorgung der alten Fenster und die Montage an. Pro Fenster ist dies in der Regel die teuerste Variante, bietet aber auch den größten Eingriff in die Energiebilanz.
Für den Vergleich von Angeboten ist hilfreich, wenn Beträge sowohl pro Fenster als auch pro Quadratmeter Glasfläche ausgewiesen werden. So lassen sich unterschiedliche Fenstergrößen besser vergleichen.
Was treibt die Kosten besonders?
- Große Glasflächen und Sonderformen (Rundbögen, Sprossen, Schrägen).
- Besondere Anforderungen an Schallschutz oder Sicherheit.
- Aufwendige Montage (z. B. Gerüst, schwieriger Zugang, Denkmalschutzauflagen).
- Zusätzliche Arbeiten wie Laibungsdämmung, Rollladenkästen, Fensterbänke.
Beispiel: Heizkosteneinsparung in einer 60 m² Altbauwohnung
Wie stark sich Wärmeschutzverglasung auf die Heizkosten auswirkt, hängt von vielen Faktoren ab: Heizsystem, Energiepreis, Dämmstandard von Wänden und Dach, Lüftungsverhalten. Eine grobe Orientierung lässt sich aber mit einem vereinfachten Beispiel geben.
Ausgangssituation
- 60 m² Altbauwohnung, eher schlechter Dämmstandard.
- Mehrere alte Fenster mit Einfach- oder sehr altem Isolierglas, insgesamt z. B. rund 10 m² Glasfläche.
- Heizung mit Gas oder Fernwärme, jährliche Heizkosten im Bereich einiger hundert Euro.
Wenn diese alten Fenster durch moderne Wärmeschutzverglasung ersetzt werden (Scheibentausch oder neue Fenster), sinkt der Wärmeverlust über die Glasflächen deutlich. Je nach Ausgangszustand und Gesamtgebäude kann das einen spürbaren Anteil der Heizkosten betreffen. In der Praxis berichten viele Bewohner von:
- spürbar weniger Zuggefühl in Fensternähe,
- höheren Oberflächentemperaturen am Glas,
- geringerem Heizbedarf in Räumen mit vielen Fensterflächen.
Ob sich die Investition wirtschaftlich lohnt, hängt davon ab, wie hoch die Heizkosten aktuell sind und wie groß der Unterschied zwischen alter und neuer Verglasung ist. Ein Energieberater kann für das konkrete Gebäude eine überschlägige Amortisationsrechnung erstellen. Einen Eindruck, wie groß der Anteil der Fenster am Energieverlust sein kann, vermittelt der Beitrag zu wie viel energieverlust durch alte fenster im altbau.
Worauf bei Angeboten von Fensterbauern achten
Damit Angebote vergleichbar und später keine bösen Überraschungen entstehen, sollten einige Punkte immer schriftlich festgehalten sein.
Wichtige Kennwerte im Angebot
- Bei Scheibentausch: Ug-Wert der neuen Verglasung, Glasaufbau (z. B. 2-fach oder 3-fach, Gasfüllung, Beschichtung), Glasdicke, ggf. Schallschutzklasse.
- Bei neuen Fenstern: Uw-Wert des kompletten Fensters, Material (Holz, Kunststoff, Holz-Alu), Art der Abstandhalter, Dichtungsebenen.
- Allgemein: Angabe, ob Demontage, Entsorgung, Abdichtung und eventuelle Nebenarbeiten (z. B. Anpassung der Fensterbänke) enthalten sind.
Montagequalität und Ausführung
Selbst die beste Verglasung bringt wenig, wenn die Montage unsauber ist. Achten Sie auf:
- klare Beschreibung der Abdichtung zwischen Rahmen und Wand (innen luftdicht, außen schlagregendicht),
- Verwendung passender Dichtbänder oder Dichtstoffe,
- ggf. Anpassung der Laibung, um Wärmebrücken zu vermeiden,
- saubere Einstellung der Beschläge und Funktionsprüfung.
Garantie und Service
- Garantiezeit auf Glas (z. B. gegen Beschlagen im Scheibenzwischenraum) und auf Rahmen/Beschläge.
- Regelung, wer bei späteren Undichtigkeiten oder Funktionsproblemen Ansprechpartner ist.
- Dokumentation der eingebauten Produkte (Typenbezeichnungen, Kennwerte) für spätere Nachweise oder Förderanträge.
Gerade im Altbau kann es sinnvoll sein, eine Energieberatung Altbau sinnvoll in Anspruch zu nehmen, um Fenstermaßnahmen in ein Gesamtkonzept (Dach, Fassade, Heizung) einzubetten.
Förderprogramme und steuerliche Möglichkeiten
In Deutschland gibt es immer wieder Förderprogramme und steuerliche Vergünstigungen für energetische Sanierungen, zu denen auch der Austausch von Fenstern oder die Verbesserung der Verglasung zählen kann. Die Bedingungen ändern sich jedoch regelmäßig.
Typische Möglichkeiten, die geprüft werden sollten:
- Zuschüsse oder Kredite für energetische Sanierungen von staatlichen oder kommunalen Stellen.
- Steuerliche Absetzbarkeit eines Teils der Sanierungskosten über mehrere Jahre, sofern bestimmte energetische Anforderungen erfüllt und nachgewiesen werden.
- Spezielle Programme für denkmalgeschützte Gebäude oder Quartierssanierungen.
Wichtig ist, Förderbedingungen und Antragsfristen vor Auftragserteilung zu klären, da viele Programme eine Antragstellung vor Beginn der Maßnahme verlangen. Ein Energieberater oder der ausführende Fachbetrieb kann hier meist Hinweise geben, ersetzt aber nicht die Prüfung der aktuellen Bedingungen bei den zuständigen Stellen.
Entscheidungshilfe: Wann Scheibentausch, wann Komplettaustausch?
Die folgende Checkliste hilft, eine erste Richtung zu finden. Sie ersetzt keine individuelle Begutachtung, macht aber klar, welche Punkte entscheidend sind.
Checkliste für die Wahl der passenden Variante
- Rahmenzustand
- Holz weich, verfault, stark rissig oder verzogen? → eher Komplettaustausch.
- Rahmen stabil, nur optisch gealtert? → Scheibentausch oder Vorsatzfenster prüfen.
- Denkmalschutz / Gestaltungsvorgaben
- Strenge Vorgaben für Außenansicht? → Vorsatzfenster oder Scheibentausch mit Erhalt der Rahmen bevorzugen.
- Keine Vorgaben, Wunsch nach moderner Optik? → Komplettaustausch gut möglich.
- Zugluft und Bedienkomfort
- Fenster schließen schlecht, klemmen, sind undicht? → Wenn Reparatur nicht sinnvoll, eher Komplettaustausch.
- Fenster funktionieren gut, nur Glas ist kalt? → Scheibentausch kann reichen.
- Budget und Zeitplan
- Begrenztes Budget, aber Wunsch nach spürbarer Verbesserung? → Scheibentausch oder ausgewählte Fenster zuerst erneuern.
- Umfassende Sanierung geplant (Fassade, Dach)? → Komplettaustausch im Rahmen der Gesamtsanierung einplanen.
- Heizkosten und Energieziel
- Sehr hohe Heizkosten, viele undichte Fensterflächen? → eher umfassende Lösung mit neuen Fenstern.
- Mittlere Heizkosten, einzelne Problemfenster? → gezielter Scheibentausch oder Vorsatzfenster.
Fragenliste für das Gespräch mit dem Fachbetrieb
Die folgenden Fragen können als Druck- oder Notiz-Checkliste genutzt werden, um beim Vor-Ort-Termin nichts zu vergessen:
- Welche Varianten sehen Sie für meine Fenster: Scheibentausch, Vorsatzfenster, Komplettaustausch – und warum?
- Wie schätzen Sie den Zustand der vorhandenen Rahmen ein (Tragfähigkeit, Feuchteschäden, Verzug)?
- Welchen Ug-Wert hat die vorgeschlagene Verglasung, welchen Uw-Wert das komplette neue Fenster (falls Austausch)?
- Ist 2-fach- oder 3-fach-Verglasung in meinem Altbau aus Ihrer Sicht sinnvoll, und welche Vor- und Nachteile hat das jeweils hier vor Ort?
- Wie wird die Abdichtung zwischen Rahmen und Wand ausgeführt, um Zugluft und Feuchteprobleme zu vermeiden?
- Sind Demontage, Entsorgung der alten Fenster, Anpassung der Laibung und Fensterbänke im Angebot enthalten?
- Welche Garantie geben Sie auf Glas, Rahmen und Beschläge, und wer ist im Schadensfall mein Ansprechpartner?
- Gibt es aus Ihrer Sicht Fördermöglichkeiten oder steuerliche Vorteile für diese Maßnahme, und welche Nachweise liefern Sie dafür?
- Wie verändert sich aus Ihrer Erfahrung das Raumklima (Oberflächentemperatur, Zugluft, Kondensatbildung) mit der vorgeschlagenen Lösung?
- Welche Alternativen würden Sie empfehlen, falls das Budget geringer ausfällt als geplant?
Typische Fehler beim Nachrüsten von Wärmeschutzverglasung im Altbau
Viele Probleme entstehen nicht durch das Glas selbst, sondern durch Planung und Ausführung. Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- Nur auf den Glaspreis achten und Montagequalität, Abdichtung und Rahmenzustand ausblenden.
- Zu schwere Verglasung in alte Rahmen einbauen, ohne deren Tragfähigkeit zu prüfen – mit der Folge von Verzug und Undichtigkeiten.
- Denkmalschutzauflagen ignorieren und später Ärger mit Behörden riskieren.
- Keine Anpassung des Lüftungsverhaltens: Dichtere Fenster reduzieren den natürlichen Luftaustausch. Wer weiter so lüftet wie vorher, riskiert Feuchteschäden und Schimmel.
- Fenster isolieren, aber andere Schwachstellen belassen (z. B. ungedämmte Rollladenkästen, undichte Türen), sodass das Gesamtergebnis hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Wer zusätzlich kurzfristig Zugluft reduzieren möchte, kann parallel Maßnahmen wie zugige Fenster im Altbau abdichten umsetzen – unabhängig davon, ob später noch eine neue Verglasung folgt.
FAQ: Häufige Fragen zur Wärmeschutzverglasung im Altbau
Wie hoch sind die Kosten für eine Wärmeschutzverglasung im Altbau?
Die Kosten hängen stark von der gewählten Variante (Scheibentausch, Vorsatzfenster, Komplettaustausch), der Fenstergröße, der Glasqualität und dem Montageaufwand ab. Ein einfacher Scheibentausch ist in der Regel günstiger als ein kompletter Fenstertausch, bringt aber auch weniger Einsparpotenzial als ein hochwertiges neues Fenster. Für eine realistische Einschätzung sollten mehrere Angebote mit klar ausgewiesenen Leistungen (Glas, Rahmen, Montage, Nebenarbeiten) eingeholt und miteinander verglichen werden.
Warum ist Dreifachverglasung im Altbau nicht immer die beste Lösung?
3-fach-Verglasung bietet zwar einen besseren Wärmeschutz als 2-fach-Verglasung, ist aber deutlich schwerer und stellt höhere Anforderungen an Rahmen, Beschläge und den Anschluss an die Wand. In vielen Altbaufenstern sind die vorhandenen Rahmen nicht für dieses Gewicht ausgelegt. Außerdem kann ein sehr dichtes und stark gedämmtes Fenster in einer ansonsten schlecht gedämmten Wand zu veränderten Feuchteverhältnissen führen. Ob 3-fach-Verglasung sinnvoll ist, sollte deshalb immer im Zusammenhang mit dem gesamten Gebäude und dem Zustand der Fensterrahmen beurteilt werden.
Kann man 2-fach-Wärmeschutzverglasung in alte Fenster nachrüsten?
In vielen Fällen ist es möglich, alte Isolier- oder Einfachverglasung durch moderne 2-fach-Wärmeschutzverglasung zu ersetzen. Voraussetzung ist, dass der Rahmen stabil genug ist und die Falzbreite die neue Glasdicke zulässt. Ein Fachbetrieb prüft dies vor Ort und kann einschätzen, ob ein Scheibentausch technisch sinnvoll und dauerhaft tragfähig ist oder ob ein kompletter Austausch wirtschaftlicher wäre.
Sollte man 40 Jahre alte Fenster grundsätzlich austauschen?
Fenster, die mehrere Jahrzehnte alt sind, haben oft einen deutlich schlechteren Wärmeschutz und sind mechanisch verschlissen. Ob ein Austausch zwingend nötig ist, hängt aber vom konkreten Zustand ab: Sind Rahmen und Beschläge noch stabil, kann ein Scheibentausch eine sinnvolle Zwischenlösung sein. Sind Holz oder Kunststoff stark geschädigt, die Flügel verzogen oder die Dichtungen nicht mehr zu retten, ist ein kompletter Austausch meist die nachhaltigere Variante. Eine Vor-Ort-Begutachtung durch einen Fachbetrieb oder Energieberater hilft, hier eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Wie schnell rechnet sich Wärmeschutzverglasung in einer 60 m² Altbauwohnung?
Die Amortisationszeit hängt von den Investitionskosten, den aktuellen und zukünftigen Energiepreisen sowie vom Ausgangszustand der Fenster ab. Je schlechter die alten Fenster und je höher die Heizkosten, desto schneller macht sich eine Verbesserung der Verglasung bemerkbar. Eine pauschale Jahreszahl ist unseriös; sinnvoll ist eine überschlägige Berechnung für das konkrete Objekt, zum Beispiel im Rahmen einer Energieberatung, bei der auch andere Maßnahmen (Dämmung, Heizungsoptimierung) mitbetrachtet werden.


