Wenn du deinen Standby-Stromverbrauch gezielt reduzierst, kannst du ohne Komfortverlust spürbar Strom und Geld sparen. Der schnellste Hebel: Alle Geräte, die nicht dauerhaft laufen müssen, konsequent komplett vom Netz trennen – idealerweise über schaltbare Steckdosenleisten oder smarte Steckdosen – und nur wenige Geräte (z. B. Router, Kühlschrank, manche Heizungs- oder Sicherheitstechnik) bewusst im Dauerbetrieb lassen.
Was Standby-Verbrauch genau ist und warum er problematisch sein kann
Unter Standby versteht man den Bereitschaftsbetrieb von Geräten: Sie sind scheinbar „aus“, ziehen aber weiterhin Strom, um z. B. auf ein Signal der Fernbedienung zu warten, die Uhrzeit anzuzeigen oder Updates zu empfangen. Typische Anzeichen sind kleine LEDs, Displays oder ein leises Summen – aber auch Geräte ohne sichtbare Anzeige können im Hintergrund Strom ziehen.
Problematisch ist Standby-Verbrauch aus zwei Gründen:

- Er läuft 24/7 im Hintergrund – auch wenn du das Gerät gar nicht nutzt.
- Viele kleine Verbräuche summieren sich – ein einzelnes Gerät fällt kaum auf, zehn oder mehr zusammen aber sehr wohl.
Gerade in Haushalten mit vielen Unterhaltungselektronik- und Bürogeräten kann der Standby-Anteil einen merklichen Teil des Jahresstromverbrauchs ausmachen. Wie stark, hängt von der Anzahl und dem Alter der Geräte sowie deinem Nutzungsverhalten ab. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Standby-Verbrauch systematisch zu prüfen, statt nur grob zu schätzen.

Typische Geräte mit hohem Standby-Verbrauch im Haushalt
Nicht jedes Gerät ist im Standby gleich „schlimm“. Manche ziehen nur sehr wenig, andere vergleichsweise viel. Besonders im Blick haben solltest du folgende Gerätegruppen:
Unterhaltungselektronik: TV, Receiver, Konsolen, Hi-Fi
- Fernseher und Receiver: Moderne Geräte haben zwar oft Energiesparfunktionen, aber gerade ältere TVs, Set-Top-Boxen und Festplattenreceiver können im Standby deutlich ziehen – vor allem, wenn sie ständig mit dem Internet verbunden sind oder Aufnahmen im Hintergrund vorbereiten.
- Spielkonsolen: Viele Konsolen bieten einen „Ruhemodus“ mit Schnellstart, automatischen Updates und Controller-Laden. Dieser Modus verbraucht meist deutlich mehr als ein klassischer Standby-Modus. Wer die Konsole nur gelegentlich nutzt, sollte sie komplett ausschalten oder über eine Steckdosenleiste trennen.
- Hi-Fi-Anlagen, Soundbars, Subwoofer: Auch hier sind kleine LEDs oder Displays ein Hinweis auf Bereitschaftsbetrieb. Manche Verstärker bleiben intern „aufgewärmt“, um schneller startklar zu sein – das kostet dauerhaft Energie.
Kommunikation und Netzwerk: Router, Repeater, Telefonanlagen
- Router: Sie laufen in vielen Haushalten rund um die Uhr. Ein Router im Dauerbetrieb verbraucht zwar nicht extrem viel, aber eben konstant. Wer nachts kein Internet braucht, kann prüfen, ob ein zeitgesteuertes Abschalten sinnvoll ist – allerdings mit Blick auf Telefonie, Smart-Home-Geräte oder Alarmanlagen, die eventuell auf den Router angewiesen sind.
- WLAN-Repeater und Powerline-Adapter: Diese Geräte werden oft vergessen, laufen aber ebenfalls dauerhaft. Wenn sie nur bestimmte Räume versorgen, kann sich eine Zeitschaltuhr oder eine zeitweise Abschaltung lohnen.
Bürogeräte: PC, Monitor, Drucker, Ladegeräte
- Desktop-PCs und Monitore: Im ausgeschalteten Zustand, aber mit Netzschalter auf „I“ oder im Standby, ziehen sie oft noch etwas Strom. Eine schaltbare Leiste am Schreibtisch ist hier sehr effektiv.
- Drucker und Multifunktionsgeräte: Viele Geräte bleiben im Bereitschaftsmodus, um schnell drucken oder scannen zu können. Gerade ältere Modelle können dabei vergleichsweise viel verbrauchen.
- Ladegeräte: Netzteile von Laptops, Smartphones oder Tablets verbrauchen auch ohne angeschlossenes Gerät meist nur wenig, aber wenn überall im Haus Ladegeräte dauerhaft in der Steckdose stecken, summiert sich das.
Küchengeräte und Kleingeräte
- Kaffeevollautomaten: Viele Geräte halten sich warm oder bleiben betriebsbereit, um schnell einen Kaffee liefern zu können. Das ist bequem, kostet aber Energie.
- Mikrowellen mit Uhr: Die Uhranzeige verbraucht zwar nicht viel, läuft aber 24 Stunden am Tag. Ob sich ein Abschalten lohnt, hängt vom individuellen Verbrauch und der Bequemlichkeit ab.
- Wasserkocher mit Basisstation, Toaster mit Beleuchtung, Küchenradios: Oft kleine, aber dauerhafte Verbräuche, die man leicht über eine Leiste oder das Ziehen des Steckers vermeiden kann.
Geräte, die bewusst im Dauerbetrieb bleiben sollten
Einige Geräte solltest du in der Regel nicht einfach abschalten, nur um Standby-Verbrauch zu sparen:
- Kühlschrank und Gefrierschrank – sie müssen durchlaufen, sonst verderben Lebensmittel. Wenn du hier sparen willst, geht es eher um Effizienz (z. B. Temperatur, Standort, Dichtung). Dazu passt der Beitrag kühlschrank stromverbrauch senken.
- Heizungssteuerung, bestimmte Smart-Home-Zentralen – sie sind für Komfort und teilweise auch Sicherheit zuständig.
- Alarmanlagen, Rauchwarnmelder mit Funkvernetzung und ähnliche Sicherheitstechnik – hier hat Sicherheit Vorrang vor kleineren Einsparungen.
- Manche Router, wenn sie für Telefonie, Notrufe oder Sicherheitsfunktionen benötigt werden.
So ermittelst du deinen eigenen Standby-Stromverbrauch
Um gezielt vorzugehen, solltest du wissen, welche Geräte bei dir zu Hause im Standby wie viel verbrauchen. Dafür gibt es zwei praktische Wege: Messgeräte an der Steckdose und einfache Zählertricks.
Methode 1: Energiekostenmessgerät an der Steckdose
Ein Energiekostenmessgerät wird zwischen Steckdose und Gerät gesteckt und zeigt dir Leistung (Watt) und Energieverbrauch (kWh) an. So gehst du vor:
- Gerät identifizieren: Wähle ein Gerät, das du im Verdacht hast (z. B. TV, Konsole, Drucker).
- Messgerät anschließen: Stecke das Messgerät in die Steckdose und das Gerät in das Messgerät.
- Aktiven Betrieb messen: Schalte das Gerät normal ein und notiere dir die ungefähre Leistungsaufnahme im Betrieb. Das ist hilfreich, um ein Gefühl für den Unterschied zum Standby zu bekommen.
- Standby messen: Schalte das Gerät aus (Standby) und lies nach einigen Minuten die Leistungsaufnahme ab. Liegt sie im Bereich von wenigen Watt oder deutlich darüber?
- Über mehrere Stunden messen: Lasse das Gerät im Standby über mehrere Stunden oder über Nacht angeschlossen und lies dann den Energieverbrauch in kWh ab. So siehst du, wie viel wirklich zusammenkommt.
Mit diesen Messwerten kannst du später grob hochrechnen, was das Gerät im Jahr an Standby-Kosten verursacht.
Methode 2: Zählertrick für ganze Gerätegruppen
Wenn du kein Messgerät hast oder ganze Bereiche prüfen möchtest (z. B. Wohnzimmer), kannst du mit dem Haushaltsstromzähler arbeiten:
- Alle Geräte ausschalten, die du sicher nicht brauchst (Licht, Herd, Waschmaschine usw.).
- Nur die verdächtige Gerätegruppe eingeschaltet lassen – zum Beispiel alle Geräte im Wohnzimmer im Standby.
- Stromzähler ablesen: Notiere dir den Zählerstand und die Uhrzeit.
- Warte 1–2 Stunden, ohne weitere Geräte zu nutzen, und lies den Zähler erneut ab.
- Differenz berechnen: Die Differenz in kWh geteilt durch die Stunden ergibt den durchschnittlichen Verbrauch pro Stunde dieser Gerätegruppe.
Diese Methode ist weniger genau als ein Steckdosenmessgerät, gibt dir aber ein Gefühl dafür, ob sich in einem Raum besonders viel Standby-Verbrauch versteckt.
Herstellerangaben und Typenschilder nutzen
Auf vielen Geräten oder in den Bedienungsanleitungen findest du Angaben zur Leistungsaufnahme im Standby (z. B. „Standby < 1 W“). Diese Werte sind oft Maximalangaben, können aber helfen, eine grobe Priorität zu setzen, wenn du nicht alles messen möchtest.
Beispielrechnungen: Was kostet Standby pro Jahr?
Da konkrete Strompreise und Verbräuche je nach Haushalt variieren, lassen sich nur grobe Rechenbeispiele angeben. Du kannst sie aber leicht mit deinen eigenen Werten nachrechnen.
So rechnest du selbst
- Standby-Leistung in Watt (W) ermitteln – z. B. mit Messgerät oder Herstellerangabe.
- Auf Jahresverbrauch in kWh umrechnen:
Leistung (W) × Stunden pro Jahr / 1000 = kWh pro Jahr.
Beispiel: 5 W Standby, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr:
5 × 24 × 365 / 1000 ≈ 44 kWh/Jahr. - Mit deinem Strompreis multiplizieren:
kWh pro Jahr × Preis pro kWh = jährliche Kosten.
So kannst du für jedes Gerät abschätzen, ob sich ein konsequentes Abschalten lohnt.
Vergleich: Standby vs. konsequent ausschalten
| Gerät / Modus | Typische Situation | Verbrauchstendenz | Wann lohnt Abschalten? |
|---|---|---|---|
| Moderner TV im Standby | LED leuchtet, wartet auf Fernbedienung | Oft relativ gering, aber 24/7 aktiv | Wenn der TV nur wenige Stunden am Tag läuft und nachts ungenutzt ist, kann eine schaltbare Leiste sinnvoll sein. |
| TV komplett vom Netz getrennt | Steckerleiste aus, kein Schnellstart | Kein Standby-Verbrauch | Besonders lohnend bei älteren Geräten oder wenn mehrere Geräte (TV, Receiver, Konsole) gemeinsam geschaltet werden. |
| Spielkonsole im Ruhemodus | Schnellstart, automatische Updates | Höher als klassischer Standby | Wenn du die Konsole nur am Wochenende nutzt, ist komplettes Ausschalten meist sinnvoller. |
| Router dauerhaft an | Internet, Telefonie, Smart-Home | Konstanter Verbrauch, aber meist moderat | Nur abschalten, wenn nachts kein Internet/Telefon nötig ist und keine Sicherheitstechnik davon abhängt. |
| Drucker im Bereitschaftsmodus | Wartet auf Druckauftrag | Je nach Modell spürbar | Bei gelegentlicher Nutzung lohnt eine schaltbare Leiste fast immer. |
Wenn du viele Geräte mit ähnlichem Profil hast, kannst du ihre Standby-Verbräuche addieren und so abschätzen, wie viel du durch konsequentes Abschalten insgesamt einsparen kannst.
Einfache Lösungen: Steckdosenleisten, Zeitschaltuhren, smarte Steckdosen
Um Standby-Verbrauch im Alltag zu reduzieren, brauchst du keine komplizierte Technik. Drei Hilfsmittel reichen meist aus.
Schaltbare Steckdosenleisten
Eine schaltbare Steckdosenleiste hat einen Kippschalter, mit dem du mehrere Geräte gleichzeitig komplett vom Netz trennen kannst.
Typische Einsatzorte:
- Wohnzimmer: TV, Receiver, Konsole, Soundbar, Streaming-Box
- Arbeitszimmer: PC, Monitor, Drucker, Lautsprecher
- Küche: Kaffeemaschine, Mikrowelle (falls gewünscht), Küchenradio
Vorteile: Günstig, einfach, robust. Ein Klick, und eine ganze Gerätegruppe ist wirklich aus.
Worauf achten? Die Leiste sollte ausreichend belastbar sein und nicht mit Geräten kombiniert werden, die dauerhaft laufen müssen (z. B. Kühlschrank).
Zeitschaltuhren
Zeitschaltuhren schalten angeschlossene Geräte zu festgelegten Zeiten ein und aus. Es gibt mechanische und digitale Varianten.
Sinnvolle Anwendungen:
- WLAN-Repeater, die nur abends benötigt werden
- Außenbeleuchtung oder Dekobeleuchtung
- Geräte, die nachts sicher aus sein können, aber tagsüber automatisch wieder starten sollen
Wichtig ist, dass die Geräte nach dem Wiedereinschalten automatisch in den gewünschten Zustand gehen (z. B. Router startet selbstständig, ohne dass du einen Knopf drücken musst).
Smarte Steckdosen
Smarte Steckdosen lassen sich per App, Sprachsteuerung oder Zeitplan schalten. Viele Modelle zeigen zusätzlich den Stromverbrauch an.
Vorteile:
- Flexible Steuerung, auch von unterwegs
- Verbrauchsübersicht für einzelne Geräte
- Feinere Zeitpläne als bei einfachen Zeitschaltuhren
Typische Einsätze:
- Kaffeevollautomat, der morgens automatisch eingeschaltet wird und tagsüber nicht im Standby bleiben muss
- Unterhaltungselektronik, die nachts sicher aus sein soll
- Geräte, deren Verbrauch du genauer beobachten möchtest
Prioritätenliste: Welche Geräte solltest du zuerst angehen?
Um nicht den Überblick zu verlieren, ist es sinnvoll, eine Reihenfolge festzulegen. So konzentrierst du dich zuerst auf die größten Hebel.
Schritt 1: Große Verbraucher mit seltenem Einsatz
Besonders lohnend sind Geräte, die im Betrieb viel Leistung haben, aber nur gelegentlich genutzt werden und trotzdem dauerhaft im Standby bleiben:
- Spielkonsolen mit Ruhemodus
- Große Hi-Fi-Verstärker
- Drucker und Multifunktionsgeräte im Homeoffice
- Kaffeevollautomaten, die nur morgens laufen
Diese Geräte gehören auf schaltbare Leisten oder smarte Steckdosen, damit sie wirklich nur dann Strom ziehen, wenn du sie brauchst.
Schritt 2: Gerätegruppen mit vielen kleinen Verbräuchen
Als Nächstes kommen Gerätegruppen, bei denen viele kleine Standby-Verbräuche zusammenkommen:
- Wohnzimmer-Ecke mit TV, Receiver, Streaming-Box, Konsole, Soundbar
- Arbeitsplatz mit PC, Monitor, Lautsprechern, Dockingstation, Ladegeräten
- Küche mit mehreren Kleingeräten
Hier lohnt sich das Bündeln über eine oder mehrere schaltbare Leisten. Der Vorteil: Du musst nicht jedes Gerät einzeln ausschalten.
Schritt 3: Dauerläufer prüfen und optimieren
Geräte, die aus Komfort- oder Sicherheitsgründen dauerhaft laufen (Router, Kühlschrank, Heizungssteuerung), solltest du nicht leichtfertig ausschalten. Trotzdem kannst du prüfen:
- Gibt es Energiesparfunktionen (z. B. Nachtmodus beim Router)?
- Ist das Gerät sehr alt und möglicherweise deutlich ineffizienter als aktuelle Modelle?
- Lässt sich der Standort oder die Nutzung optimieren (z. B. Kühlschrank nicht neben Wärmequellen)?
Wenn du generell wissen möchtest, welche Haushaltsgeräte bei dir die größten Stromfresser sind, hilft ein Blick auf einen stromverbrauch haushaltsgeräte vergleich.
Checkliste: Standby-Check im ganzen Haushalt
Mit dieser praktischen Checkliste kannst du Raum für Raum durchgehen und deinen Standby-Verbrauch systematisch reduzieren.
Wohnzimmer
- TV, Receiver, Konsole, Soundbar an einer schaltbaren Steckdosenleiste zusammengefasst?
- Leiste wird nachts und bei längerer Abwesenheit konsequent ausgeschaltet?
- Streaming-Boxen oder Media-Player wirklich aus, wenn sie nicht genutzt werden?
- Eventuelle Zusatzgeräte (z. B. externe Festplatten) nur bei Bedarf angeschlossen?
Arbeitszimmer / Homeoffice
- PC, Monitor, Drucker, Lautsprecher über eine oder mehrere Leisten schaltbar?
- Drucker nur eingeschaltet, wenn tatsächlich gedruckt oder gescannt wird?
- Ladegeräte nach dem Laden aus der Steckdose gezogen oder über Leiste getrennt?
- Standby- oder Energiesparfunktionen von PC und Monitor sinnvoll eingestellt (z. B. automatischer Ruhezustand nach Inaktivität)?
Küche
- Kaffeevollautomat über Zeitschaltuhr oder smarte Steckdose gesteuert, statt den ganzen Tag im Standby?
- Mikrowelle mit Uhr wirklich nötig oder kann sie über eine Leiste komplett ausgeschaltet werden?
- Küchenradio, Wasserkocher-Basis, Toaster nur bei Bedarf am Netz?
- Kühlschrank und Gefrierschrank auf sinnvolle Temperatur eingestellt und nicht unnötig alt oder ineffizient?
Schlafzimmer und Flur
- Ladegeräte für Handy, Tablet, E-Reader nicht dauerhaft eingesteckt?
- TV im Schlafzimmer über eine schaltbare Leiste angeschlossen?
- Nachttischlampen, Radiowecker, Deko-Beleuchtung auf LED umgestellt und ggf. über Zeitschaltuhr gesteuert?
Netzwerk und Smart Home
- Router-Einstellungen geprüft: Gibt es einen Nachtmodus oder Zeitpläne für WLAN?
- WLAN-Repeater und Powerline-Adapter nur dort aktiv, wo sie wirklich gebraucht werden?
- Smart-Home-Zentralen und Sicherheitstechnik bewusst als Dauerverbraucher eingeplant und nicht unnötig verdoppelt (z. B. mehrere Hubs für ähnliche Funktionen)?
Häufige Fehler beim Reduzieren von Standby-Verbrauch
Beim Einsparen von Standby-Strom passieren immer wieder ähnliche Fehler. Wenn du sie kennst, vermeidest du Frust und unnötige Risiken.
Fehler 1: Wichtige Dauerläufer einfach abschalten
Aus Sparwillen werden manchmal Router, Kühlschränke oder Sicherheitssysteme komplett ausgeschaltet, ohne die Folgen zu bedenken. Das kann dazu führen, dass:
- Telefonie oder Notrufe nicht funktionieren
- Smart-Home-Funktionen (z. B. Heizungssteuerung) ausfallen
- Lebensmittel verderben oder Kühlketten unterbrochen werden
Prüfe bei jedem Gerät, ob es sicher und sinnvoll ist, es regelmäßig abzuschalten.
Fehler 2: Nur auf einzelne „Lieblingsgeräte“ schauen
Viele konzentrieren sich auf ein auffälliges Gerät (z. B. den Fernseher) und übersehen die Summe vieler kleiner Verbraucher. Effektiver ist es, ganze Gerätegruppen zu betrachten und sie gemeinsam zu schalten.
Fehler 3: Komfortverluste ohne echten Nutzen
Wenn du Geräte so konsequent vom Netz trennst, dass du jedes Mal aufwendig Einstellungen neu vornehmen musst (z. B. Senderlisten, Uhrzeiten), kann das im Alltag nerven. In solchen Fällen lohnt sich ein Blick auf:
- aktuelle Energiesparfunktionen des Geräts
- mögliche Firmware-Updates
- gegebenenfalls den Austausch gegen ein effizienteres Modell
Fehler 4: Alte Stromfresser weiterlaufen lassen
Manche sehr alten Geräte verbrauchen nicht nur im Betrieb, sondern auch im Standby deutlich mehr als moderne Modelle. Hier kann sich ein Austausch lohnen, vor allem wenn das Gerät ohnehin an seine Grenzen kommt. Wenn du unsicher bist, wie groß der Unterschied ist, hilft ein Blick auf eine stromverbrauch haushaltsgeräte tabelle.
Entscheidungskriterien: Standby, Ruhezustand oder ganz ausschalten?
Viele Geräte bieten mehrere Energiemodi. Für eine sinnvolle Entscheidung kannst du dich an diesen Kriterien orientieren.
Was spart mehr Strom: Standby oder Ruhezustand?
Bei Computern und manchen Konsolen gibt es neben Standby auch einen Ruhezustand. Grundsätzlich gilt:
- Standby: Gerät ist schnell wieder einsatzbereit, einige Komponenten bleiben aktiv. Der Verbrauch ist geringer als im Betrieb, aber höher als im Ruhezustand.
- Ruhezustand: Der aktuelle Zustand wird gespeichert, das Gerät schaltet weitgehend ab. Der Verbrauch ist meist sehr gering, das Hochfahren dauert etwas länger als aus dem Standby.
Wenn du das Gerät nur ein- bis zweimal am Tag nutzt, ist der Ruhezustand in der Regel die stromsparendere Wahl. Nutzt du es dagegen sehr häufig mit kurzen Pausen, kann Standby aus Komfortgründen sinnvoll sein – dann aber idealerweise mit automatischer Umschaltung in den Ruhezustand nach längerer Inaktivität.
Was ist besser: Standby oder Ausschalten?
Aus Sicht des Stromverbrauchs ist ein Gerät, das komplett vom Netz getrennt ist, immer sparsamer als Standby. Ob das praktikabel ist, hängt von:
- Nutzungsfrequenz ab – tägliche Nutzung vs. nur am Wochenende
- Startzeit – wie lange dauert das Hochfahren?
- Folgen des Ausschaltens – gehen Einstellungen verloren, funktionieren Updates noch, bleiben Sicherheitsfunktionen aktiv?
Für Geräte, die du nur selten nutzt, ist konsequentes Ausschalten fast immer sinnvoll. Bei Geräten, die du mehrmals täglich brauchst, ist ein gut eingestellter Energiesparmodus oft der beste Kompromiss.
Welche 5 Stromfresser solltest du nachts ausschalten?
Je nach Haushalt können andere Geräte die größten Standby-Stromfresser sein. Häufig lohnen sich nachts vor allem:
- Unterhaltungselektronik im Wohnzimmer (TV, Receiver, Konsole, Soundbar)
- PC-Arbeitsplatz mit Monitor, Lautsprechern und Drucker
- Kaffeevollautomat und andere selten genutzte Küchengeräte
- Dekobeleuchtung und Ladegeräte, die nicht im Einsatz sind
- WLAN-Repeater oder zusätzliche Netzwerkgeräte, sofern sie nachts nicht benötigt werden
Diese Liste ist ein typischer Ausgangspunkt. Mit einem Messgerät kannst du sie an deine Situation anpassen.
FAQ zu Standby-Verbrauch und Dauerbetrieb
Ist Standby wirklich ein Stromfresser?
Ein einzelnes modernes Gerät im Standby verbraucht oft nur wenig Strom. Problematisch wird es, wenn viele Geräte gleichzeitig im Bereitschaftsbetrieb sind und rund um die Uhr laufen. Dann kann der Standby-Anteil am Jahresstromverbrauch spürbar werden. Ob Standby bei dir ein „Stromfresser“ ist, hängt deshalb vor allem von der Anzahl der Geräte, ihrem Alter und deinem Nutzungsverhalten ab. Eine kurze Messung mit einem Energiekostenmessgerät bringt Klarheit.
Was spart mehr Strom: Standby, Ruhezustand oder Ausschalten beim PC?
Beim PC ist die Reihenfolge meist klar: komplett ausschalten verbraucht am wenigsten, Ruhezustand liegt dazwischen, und Standby (Energiesparmodus) verbraucht etwas mehr, bietet aber schnellere Reaktionszeiten. Für längere Pausen – etwa über Nacht – ist Ausschalten oder Ruhezustand sinnvoll. Für kurze Unterbrechungen am Tag kannst du Standby nutzen, idealerweise mit automatischer Umschaltung in den Ruhezustand nach einer gewissen Zeit.
Welche Geräte sollte ich trotz Standby-Verbrauch nicht ausschalten?
Nicht ausgeschaltet werden sollten in der Regel Kühlschrank und Gefrierschrank, wichtige Teile der Heizungssteuerung, Alarmanlagen und andere sicherheitsrelevante Systeme. Beim Router hängt es davon ab, ob er für Telefonie, Notrufe oder Smart-Home-Funktionen benötigt wird. Hier solltest du abwägen, ob ein zeitweises Abschalten wirklich sinnvoll und sicher ist.
Wie erkenne ich, ob ein Gerät im Standby viel verbraucht?
Äußere Anzeichen wie leuchtende LEDs, Displays oder hörbare Geräusche sind ein Hinweis, ersetzen aber keine Messung. Am zuverlässigsten ist ein Energiekostenmessgerät an der Steckdose. Alternativ kannst du Herstellerangaben zum Standby-Verbrauch nutzen oder den Stromzähler beobachten, während nur eine bestimmte Gerätegruppe im Standby läuft. Wenn ein Gerät im Standby deutlich mehr verbraucht als andere, gehört es ganz oben auf deine Prioritätenliste.
Lohnt es sich, alte Geräte wegen des Standby-Verbrauchs auszutauschen?
Ob sich ein Austausch lohnt, hängt vom Gesamtverbrauch des Geräts ab – nicht nur vom Standby. Sehr alte Fernseher, Kühlgeräte oder Bürogeräte können sowohl im Betrieb als auch im Standby deutlich ineffizienter sein als aktuelle Modelle. Wenn du mit einem Messgerät feststellst, dass ein Gerät insgesamt viel Strom benötigt und ohnehin an seine Grenzen kommt, kann ein Austausch langfristig sinnvoll sein. Für eine Einschätzung hilft der Vergleich mit typischen Verbrauchswerten ähnlicher Geräte.


