Richtig heizen im Altbau: Was Sie heute konkret tun sollten
Wenn Ihr Altbau schlecht gedämmt ist, kommen Sie mit drei Grundregeln meist deutlich günstiger und trotzdem behaglich durch die Heizsaison:
- Konstante Grundtemperatur halten: In bewohnten Räumen möglichst nicht unter etwa 18 °C fallen lassen, nachts leicht absenken statt komplett auskühlen lassen.
- Wärmeverluste begrenzen: Zugluft stoppen (Fenster, Türen), Heizkörper freiräumen, einfache Dämmhilfen nutzen (Dichtungsbänder, Vorhänge, Reflektoren).
- Richtig lüften: 3–5 Mal täglich kurz Stoßlüften bei heruntergedrehten Thermostaten statt Dauer-Kippfenster – so vermeiden Sie Schimmel und verschwenden weniger Energie.
Wie Sie das Schritt für Schritt in einem typischen Altbau umsetzen, welche Einstellungen am Thermostat sinnvoll sind und wo Sie mit kleinen Maßnahmen viel sparen können, lesen Sie im Detail in den folgenden Abschnitten.

Besonderheiten von Altbauten beim Heizen verstehen
Altbauten haben oft Charme – hohe Decken, große Fenster, Holzdielen. Heiztechnisch bringen sie aber typische Probleme mit sich:
- Schlechte oder fehlende Dämmung: Wände, Decken und Dächer verlieren schnell Wärme. Die Oberflächentemperaturen sind niedrig, was sich kühl anfühlt und Schimmel begünstigt.
- Alte Fenster und Türen: Einfachverglasung oder undichte Rahmen lassen kalte Luft einströmen und warme Luft entweichen.
- Hohe Räume: Warme Luft sammelt sich unter der Decke, unten bleibt es kühler. Das verführt dazu, die Heizung höher zu drehen.
- Veraltete Heiztechnik: Ältere Heizkessel, ungeregelte Umwälzpumpen oder alte Thermostate arbeiten oft ineffizient.
- Heizkörper-Nischen: In Außenwände eingebaute Heizkörper verlieren viel Wärme nach draußen.
Weil die Gebäudehülle viel Energie „schluckt“, ist es im Altbau besonders wichtig, Wärmeverluste zu begrenzen und Temperaturschwankungen klein zu halten. Starke Abkühlung und anschließendes Wiederaufheizen verbraucht in einem schlecht gedämmten Haus meist mehr Energie, als eine moderate, konstante Temperatur.

Checkliste: Typische Wärmeverluste im Altbau erkennen
Bevor Sie an Einstellungen oder Sanierung denken, lohnt sich ein Rundgang durch die Wohnung oder das Haus. Die folgende Checkliste hilft, die größten Schwachstellen aufzuspüren.

- Fenster
- Zieht es spürbar, wenn Sie die Hand an den Rahmen halten?
- Beschlagen die Scheiben häufig oder bildet sich Kondenswasser am unteren Rand?
- Gibt es sichtbare Ritzen zwischen Rahmen und Mauerwerk?
- Türen
- Spüren Sie einen Luftzug unter der Wohnungstür oder zwischen Zimmern?
- Ist der Spalt unter der Tür größer als ein Finger?
- Fühlt sich der Bereich um die Haustür deutlich kälter an?
- Heizkörper
- Stehen Möbel direkt vor dem Heizkörper oder hängen lange Vorhänge darüber?
- Wird der Heizkörper oben warm, unten aber kalt (möglicher Luftstau, Entlüftung nötig)?
- Befindet sich der Heizkörper in einer tiefen Nische der Außenwand?
- Böden und Decken
- Fühlen sich bestimmte Bodenbereiche deutlich kälter an (z. B. über unbeheizten Kellern)?
- Zieht es an den Fußleisten oder an Übergängen zwischen Räumen?
- Feuchte- und Schimmelstellen
- Gibt es dunkle Flecken oder muffigen Geruch in Ecken, hinter Möbeln oder an Außenwänden?
- Fühlt sich die Wandoberfläche kalt und leicht feucht an?
Notieren Sie die auffälligsten Punkte. Dort lohnt sich der Einsatz von Dichtungsbändern, Türdichtungen, Vorhängen oder kleinen Dämmmaßnahmen besonders.
Raumweise Heizstrategie im Altbau: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad
Im Altbau ist es selten sinnvoll, alle Räume gleich warm zu halten. Eine raumweise Strategie spart Energie und erhöht den Komfort.
Wohnzimmer und Aufenthaltsräume
- Ziel: Behagliche Temperatur, da Sie hier viel Zeit verbringen.
- Orientierung: Viele Menschen empfinden etwa 20 °C als angenehm, manche etwas mehr oder weniger. Wichtig ist, dass es konstant bleibt.
- Praxis:
- Thermostat so einstellen, dass die Temperatur tagsüber nur leicht schwankt.
- Abends ggf. 1 °C höher, wenn Sie viel sitzen.
- Türen zu kälteren Räumen möglichst geschlossen halten, damit die Wärme nicht „abwandert“.
Schlafzimmer
- Ziel: Etwas kühler als das Wohnzimmer, aber nicht so kalt, dass Wände auskühlen oder Schimmel entsteht.
- Praxis:
- Viele schlafen bei etwa 16–18 °C gut. Prüfen Sie, was für Sie passt.
- Heizung nicht komplett abdrehen, wenn der Raum an einer kalten Außenwand liegt oder wenig tagsüber genutzt wird – sonst kühlen Wände stark aus.
- Nach dem Lüften morgens Thermostat wieder hochdrehen, damit der Raum nicht dauerhaft auskühlt.
Bad
- Ziel: Kurzzeitig deutlich wärmer, um nach dem Duschen nicht zu frieren, aber keine Dauer-Überheizung.
- Praxis:
- Heizung etwas höher stellen, etwa 30–60 Minuten vor dem Duschen.
- Nach dem Duschen sofort Stoßlüften, um Feuchtigkeit abzuführen, dabei Thermostat kurz herunterdrehen.
- Danach wieder auf eine moderate Temperatur zurückstellen.
Selten genutzte Räume (Abstellkammer, Gästezimmer)
- Ziel: Frost und Schimmel vermeiden, ohne viel Energie zu verbrauchen.
- Praxis:
- Heizung auf eine niedrige, aber nicht ganz ausgeschaltete Stufe stellen.
- Türen zu beheizten Räumen geschlossen halten.
- Regelmäßig kurz lüften, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Optimale Thermostat-Einstellungen nach Tageszeit
Die Frage „Heizung durchlaufen lassen oder immer wieder ausmachen?“ taucht im Altbau besonders häufig auf. Wegen der schlechten Dämmung ist es meist effizienter, eine moderate Grundtemperatur zu halten, statt die Räume stark auskühlen zu lassen.
Grundprinzip im Altbau
- Tagsüber: In genutzten Räumen eine konstante Wohlfühltemperatur anstreben.
- Nachts: Temperatur um wenige Grad absenken, nicht komplett abschalten.
- Bei Abwesenheit (z. B. Arbeitstag): Leicht absenken, aber so, dass die Wände nicht stark auskühlen.
Wie stark Sie absenken können, hängt von Ihrem Gebäude ab. Wenn es nach wenigen Stunden schon deutlich auskühlt, sind große Sprünge meist nicht sinnvoll.
Beispielhafter Tagesablauf für einen typischen Altbau
Die folgenden Werte sind nur Orientierungen. Prüfen Sie mit einem Raumthermometer, welche Einstellungen bei Ihnen welche Temperatur ergeben.
- Früher Morgen (5–8 Uhr): Wohnräume auf Ihre Wunschtemperatur bringen, Schlafzimmer leicht kühler lassen.
- Tagsüber (8–17 Uhr, bei Abwesenheit): Wohnräume um 1–2 °C absenken, nicht komplett auskühlen lassen.
- Abend (17–23 Uhr): Wohnräume auf Wohlfühltemperatur, Bad bei Bedarf kurzzeitig höher.
- Nacht (23–5 Uhr): In allen Räumen um 1–3 °C absenken, je nach Dämmstandard und persönlichem Empfinden.
Mit programmierbaren Thermostaten oder einem einfachen Smart-Home-System lassen sich solche Zeitprogramme automatisch steuern. Wer zusätzlich Strom sparen möchte, findet unter Smart Home Energie sparen Beispiele weitere Anregungen.
Vergleich: Heizung durchlaufen lassen oder stark absenken?
Die Entscheidung hängt im Altbau vor allem von der Dämmung und Ihrem Nutzungsverhalten ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Vor- und Nachteile.
| Strategie | Wann sinnvoll | Vorteile | Nachteile / Risiken |
|---|---|---|---|
| Konstante moderate Temperatur | Schlecht gedämmter Altbau, tägliche Nutzung, viele Außenwände |
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| Starke Nacht- und Abwesenheitsabsenkung | Gut gedämmte Gebäude, kurze Abwesenheiten, wenige Außenwände |
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| Heizung häufig komplett aus | Nur in Räumen, die kaum genutzt werden und keine Feuchteprobleme haben |
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Praxis-Tipps: Richtig lüften im Altbau, ohne Energie zu verschwenden
Im Altbau ist richtiges Lüften genauso wichtig wie Heizen. Zu wenig Lüftung führt zu Feuchtigkeit und Schimmel, zu viel oder falsches Lüften verschwendet Energie.
Stoßlüften statt Kippstellung
- Mehrmals täglich kurz Stoßlüften: Fenster weit öffnen, 3–10 Minuten, je nach Außentemperatur und Wind.
- Gegenüberliegende Fenster/Türen öffnen (Querlüftung), wenn möglich – so wird die Luft schneller ausgetauscht.
- Heizkörper-Thermostate während des Lüftens herunterdrehen, damit die Heizung nicht gegen die kalte Luft „anheizt“.
- Kippstellung vermeiden: Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Laibungen stark aus, erhöhen das Schimmelrisiko und verschwenden viel Energie.
Feuchtequellen im Blick behalten
- Nach dem Duschen oder Kochen sofort Stoßlüften, bis der Spiegel nicht mehr beschlägt.
- Wäsche möglichst nicht in schlecht beheizten Räumen trocknen. Wenn es nicht anders geht: häufiger lüften.
- In Schlafzimmern morgens direkt nach dem Aufstehen lüften, da sich über Nacht viel Feuchtigkeit ansammelt.
Zusammenspiel von Heizen und Lüften
Ein praktischer Ablauf für einen Wintertag im Altbau kann so aussehen:
- Morgens nach dem Aufstehen Thermostate kurz herunterdrehen, Fenster weit öffnen (5–10 Minuten), danach Fenster schließen.
- Thermostate wieder auf die gewünschte Temperatur stellen, damit Wände und Möbel nicht auskühlen.
- Tagsüber 2–3 weitere kurze Lüftungsphasen einplanen, je nach Nutzung und Feuchte (z. B. nach dem Kochen).
- Abends vor dem Schlafengehen nochmals Stoßlüften, dann Thermostate auf die Nachtabsenkung stellen.
Wer sich tiefer mit dem Zusammenspiel von Heizen und Lüften in Wohnungen beschäftigen möchte, findet im Beitrag richtig heizen und lüften Wohnung zusätzliche Hinweise.
Einfache Sofortmaßnahmen: Dichtungsbänder, Heizkörpernischen, Vorhänge
Viele Verbesserungen lassen sich ohne Handwerker und mit überschaubarem Budget umsetzen. Sie reduzieren Zugluft und Wärmeverluste spürbar.
Dichtungsbänder für Fenster und Türen
- Selbstklebende Dichtungsbänder an Fensterrahmen und Türzargen können Zugluft deutlich reduzieren.
- Vor dem Anbringen Rahmen gründlich reinigen, damit die Bänder gut haften.
- Nach dem Einbau prüfen, ob Fenster und Türen noch richtig schließen.
Türdichtungen und Zugluftstopper
- Bürstendichtungen oder Gummilippen unter der Wohnungstür halten kalte Luft aus dem Treppenhaus fern.
- Einfache Zugluftstopper (Stoffrollen) vor Zimmertüren helfen, Temperaturunterschiede zwischen Räumen zu begrenzen.
Heizkörper freiräumen
- Keine großen Möbel direkt vor den Heizkörper stellen.
- Lange Vorhänge so kürzen oder zur Seite binden, dass sie den Heizkörper nicht verdecken.
- Regelmäßig entlüften, wenn Heizkörper oben kalt bleiben oder gluckern.
Vorhänge und Teppiche gezielt einsetzen
- Schwere Vorhänge vor alten Fenstern können nachts Wärmeverluste verringern. Tagsüber sollten sie geöffnet sein, damit Sonnenwärme hereinkommt.
- Teppiche auf kalten Böden (z. B. über unbeheizten Kellern) erhöhen das Wärmeempfinden deutlich.
Günstige Mini-Sanierungen mit großem Effekt
Neben Sofortmaßnahmen gibt es kleine bauliche Eingriffe, die im Altbau oft ein gutes Verhältnis von Aufwand zu Nutzen haben.
Heizkörperreflektoren
- Reflektionsfolien oder spezielle Dämmplatten hinter Heizkörpern an Außenwänden reduzieren Wärmeverluste nach außen.
- Sie werden meist zugeschnitten und direkt hinter dem Heizkörper an der Wand befestigt.
- Besonders sinnvoll bei Heizkörpern in Nischen oder an sehr kalten Außenwänden.
Rohrdämmung
- Ungedämmte Heizungsrohre in unbeheizten Kellern oder Schächten geben unnötig Wärme ab.
- Rohrdämmungen aus Schaumstoff lassen sich oft einfach aufstecken und zuschneiden.
- Dadurch kommt mehr Wärme dort an, wo sie gebraucht wird – in den Räumen.
Fenster verbessern, ohne sie komplett zu tauschen
- Dichtungsprofile nachrüsten, wenn alte Fenster undicht sind.
- Innenliegende Vorsatzfenster oder zusätzliche Dichtungen können den Wärmeschutz verbessern, wenn ein kompletter Austausch nicht möglich ist.
- Bei Einfachverglasung prüfen, ob eine Übergangslösung wie eine zusätzliche Scheibe oder Folie sinnvoll ist – hier sollte ein Fachbetrieb beraten.
Hydraulischer Abgleich und Thermostatwechsel
- Ein hydraulischer Abgleich durch einen Fachbetrieb sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden.
- Moderne Thermostatventile oder programmierbare Thermostate ermöglichen genauere Einstellungen und Zeitprogramme.
- Vor Maßnahmen an der Heizungsanlage sollten Sie immer einen Fachbetrieb hinzuziehen und die Wirtschaftlichkeit prüfen.
Warnhinweise: Schimmelgefahr und zu niedrige Raumtemperaturen
Im Altbau ist die Grenze zwischen „Energie sparen“ und „zu stark abkühlen“ schnell überschritten. Das kann gesundheitliche und bauliche Schäden nach sich ziehen.
Warum zu niedrige Temperaturen problematisch sind
- Kalte Wände können Feuchtigkeit aus der Raumluft nicht mehr aufnehmen – sie schlägt sich als Kondenswasser nieder.
- In kühlen, feuchten Ecken (z. B. hinter Schränken an Außenwänden) findet Schimmel ideale Bedingungen.
- Stark schwankende Temperaturen belasten die Bausubstanz und erhöhen das Risiko von Rissen und Feuchteschäden.
Typische Warnsignale für Schimmelrisiko
- Beschlagene Fenster trotz regelmäßigen Lüftens.
- Muffiger Geruch in bestimmten Räumen oder Ecken.
- Dunkle Flecken oder Verfärbungen an Wänden, besonders in Raumecken oder hinter Möbeln.
- Tapeten, die sich lösen oder wellen.
Was Sie bei ersten Anzeichen tun sollten
- Raumtemperatur leicht erhöhen und Lüftungsrhythmus anpassen (häufiger Stoßlüften).
- Möbel einige Zentimeter von Außenwänden abrücken, damit Luft zirkulieren kann.
- Feuchte Stellen beobachten; bei anhaltenden Problemen einen Fachbetrieb oder eine Beratungsstelle hinzuziehen.
- Bei sichtbarem Schimmel nicht nur überstreichen, sondern die Ursache (Feuchte, Kältebrücke) klären lassen.
Beispielrechnungen: Einsparpotenzial grob abschätzen
Exakte Zahlen hängen stark von Ihrem Gebäude, der Heizungsanlage und den Energiepreisen ab. Dennoch helfen grobe Rechenbeispiele, das Potenzial von Maßnahmen einzuschätzen. Prüfen Sie Ihre eigenen Verbräuche und Tarife, um realistische Werte zu erhalten.
Beispiel 1: Raumtemperatur leicht senken
Angenommen, ein Altbau-Haushalt verbraucht für Heizung im Jahr eine bestimmte Energiemenge. Wenn es gelingt, die durchschnittliche Raumtemperatur um etwa 1 °C zu senken, kann das den Heizenergiebedarf spürbar reduzieren. Wie stark, hängt von Dämmung und Nutzerverhalten ab. Prüfen Sie daher:
- Wie hoch war Ihr Heizenergieverbrauch im letzten Jahr (in kWh)?
- Wie hoch ist Ihr aktueller Arbeitspreis pro kWh laut Vertrag?
- Welche Temperatur herrscht tatsächlich in den Räumen (mit Thermometer messen, nicht nur nach Gefühl)?
Wenn Sie z. B. feststellen, dass Sie im Wohnzimmer dauerhaft deutlich über Ihrer Wohlfühltemperatur liegen, kann eine leichte Absenkung über die gesamte Heizperiode hinweg einen spürbaren Betrag einsparen.
Beispiel 2: Dichtungsbänder und Heizkörperreflektoren
Stellen Sie sich vor, Sie investieren in Dichtungsbänder für mehrere Fenster und in Reflektionsfolien hinter Heizkörpern an Außenwänden. Die Kosten bleiben meist im überschaubaren Bereich. Wenn dadurch der Wärmeverlust über Fugen und Wände reduziert wird, kann sich der Heizenergiebedarf ebenfalls merklich verringern.
So können Sie Ihr persönliches Einsparpotenzial grob abschätzen:
- Notieren Sie Ihren bisherigen Jahresverbrauch in kWh aus der letzten Abrechnung.
- Schätzen Sie, ob Sie eher sehr undichte oder nur leicht undichte Fenster und Türen haben (z. B. anhand der Zugluft).
- Nach Umsetzung der Maßnahmen (Dichtungen, Reflektoren, besseres Lüften) vergleichen Sie den Verbrauch nach einer Heizperiode mit ähnlicher Witterung.
Schon eine spürbare Verringerung des Verbrauchs um einige Prozent kann sich über mehrere Jahre rechnen, insbesondere wenn Energiepreise steigen.
Beispiel 3: Raumweise Strategie statt „alles gleich warm“
Wenn Sie bisher alle Räume gleich stark beheizt haben, können Sie durch eine gezielte raumweise Strategie sparen:
- Wohnzimmer und Arbeitszimmer auf Ihrer Wohlfühltemperatur halten.
- Schlafzimmer und Flure leicht kühler, aber nicht auskühlen lassen.
- Selten genutzte Räume nur frostfrei und schimmelfrei temperieren.
Dadurch verringert sich die beheizte Fläche mit hoher Temperatur. Wie groß der Effekt ist, hängt von der Raumaufteilung und Nutzung ab. Ein Blick auf die Heizkostenabrechnung nach einer Saison mit der neuen Strategie zeigt, ob sich Ihr Aufwand gelohnt hat.
Praktische Checkliste: Schritt-für-Schritt zu effizienterem Heizen im Altbau
Mit dieser kompakten Checkliste setzen Sie die wichtigsten Punkte systematisch um:
- Bestandsaufnahme
- Alle Räume begehen, Zugluft und kalte Flächen notieren.
- Heizkörper prüfen (frei, entlüftet, funktionieren alle Thermostate?).
- Feuchte- oder Schimmelstellen dokumentieren.
- Sofortmaßnahmen umsetzen
- Dichtungsbänder an den zugigsten Fenstern und Türen anbringen.
- Heizkörper freiräumen, Vorhänge anpassen.
- Zugluftstopper an stark ziehenden Türen einsetzen.
- Heizstrategie festlegen
- Für jeden Raum eine Zieltemperatur überlegen (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad, Flur).
- Thermostate entsprechend einstellen und nach ein paar Tagen mit Thermometer kontrollieren.
- Nachts und bei Abwesenheit nur moderat absenken.
- Lüftungsrhythmus planen
- 3–5 feste Stoßlüftungszeiten pro Tag einplanen (z. B. morgens, nachmittags, abends).
- Beim Lüften Thermostate kurz herunterdrehen.
- Nach dem Duschen/Kochen gezielt zusätzlich lüften.
- Mini-Sanierungen priorisieren
- Heizkörperreflektoren an Außenwänden anbringen.
- Rohrdämmung in unbeheizten Bereichen prüfen und ggf. nachrüsten.
- Bei anhaltenden Problemen mit ungleichmäßiger Wärmeverteilung Fachbetrieb für hydraulischen Abgleich ansprechen.
- Erfolg kontrollieren
- Verbrauchszähler regelmäßig ablesen (z. B. monatlich).
- Temperaturen in typischen Räumen mit Thermometer prüfen.
- Auf neue Feuchte- oder Schimmelstellen achten.
Häufige Fehler beim Heizen im Altbau und wie Sie sie vermeiden
- Heizung komplett abdrehen, um zu sparen
- Folge: Wände kühlen aus, Schimmelrisiko steigt, Aufheizen wird teuer.
- Besser: Moderate Grundtemperatur halten, nur leicht absenken.
- Dauerhaft gekippte Fenster
- Folge: Hohe Wärmeverluste, kalte Fensterlaibungen, Schimmelgefahr.
- Besser: Mehrmals täglich kurz Stoßlüften.
- Heizkörper zustellen
- Folge: Wärme bleibt hinter Möbeln, Raum wird nicht richtig warm.
- Besser: Mindestens einige Zentimeter Abstand, Luftzirkulation ermöglichen.
- Nur nach Gefühl heizen
- Folge: Räume sind oft wärmer als nötig, Verbrauch steigt.
- Besser: Thermometer nutzen, Zieltemperaturen festlegen und kontrollieren.
- Feuchte- und Schimmelflecken ignorieren
- Folge: Gesundheitliche Risiken, teure Sanierungen möglich.
- Besser: Frühzeitig gegensteuern (Heizen, Lüften, Abstand der Möbel) und bei Bedarf Fachleute hinzuziehen.
FAQ: Typische Fragen zum Heizen im Altbau
Wie heize ich am besten ein altes Haus?
Im Altbau funktioniert eine Kombination aus konstanter Grundtemperatur, raumweiser Strategie und gezieltem Lüften am besten. Halten Sie bewohnte Räume auf einer angenehmen, aber nicht übertrieben hohen Temperatur, senken Sie nachts und bei Abwesenheit nur moderat ab und vermeiden Sie starke Auskühlung von Wänden. Dichten Sie Zugluft ab, räumen Sie Heizkörper frei und nutzen Sie einfache Dämmhilfen wie Reflektoren und Vorhänge.
Ist es wirklich günstiger, die Heizung den ganzen Tag laufen zu lassen?
Im schlecht gedämmten Altbau ist es oft günstiger, die Heizung auf moderater Temperatur durchlaufen zu lassen, als sie ständig stark abzusenken und wieder hochzuheizen. Große Temperatursprünge führen dazu, dass kalte Wände viel Energie „schlucken“. Komplett durchheizen auf hoher Stufe ist aber ebenfalls nicht sinnvoll. Entscheidend ist eine gut gewählte Grundtemperatur mit leichten Absenkungen, angepasst an Ihr Gebäude und Ihre Nutzung.
Was kann ich tun, wenn es trotz Heizung kalt im Altbau ist?
Prüfen Sie zuerst, ob die Heizkörper richtig funktionieren (entlüftet, nicht zugestellt) und ob Thermostate korrekt arbeiten. Stoppen Sie Zugluft mit Dichtungsbändern und Türdichtungen, nutzen Sie schwere Vorhänge und Teppiche und bringen Sie bei Bedarf Heizkörperreflektoren an. Wenn einzelne Räume deutlich kälter bleiben, kann ein hydraulischer Abgleich oder eine Überprüfung der Heizungsanlage durch einen Fachbetrieb nötig sein.
Wie lüfte und heize ich richtig, um Schimmel zu vermeiden?
Halten Sie die Raumtemperaturen so, dass Wände nicht auskühlen, und lüften Sie mehrmals täglich kurz und kräftig. Beim Lüften Thermostate herunterdrehen, danach wieder auf die Zieltemperatur stellen. Feuchte Räume wie Bad und Küche nach der Nutzung sofort stoßlüften. Möbel nicht direkt an kalte Außenwände stellen und auf erste Anzeichen von Feuchtigkeit achten.
Welche kleinen Maßnahmen lohnen sich im Altbau besonders schnell?
Zu den typischen „Schnellgewinnern“ gehören Dichtungsbänder an Fenstern und Türen, Türdichtungen, Heizkörperreflektoren, Rohrdämmungen in unbeheizten Bereichen, das Freiräumen von Heizkörpern und ein durchdachter Lüftungsrhythmus. In Kombination mit einer angepassten Thermostateinstellung können diese Maßnahmen den Heizkomfort deutlich verbessern und den Energieverbrauch spürbar senken. Weitere Ideen für mehr Effizienz im Haushalt finden Sie unter energieeffizienz zuhause tipps.


