Um Heizkosten zu senken, ohne dass die Wohnung spürbar kälter oder ungemütlich wird, braucht es zwei Dinge: konstante, etwas niedrigere Raumtemperaturen und möglichst wenig Wärmeverluste über Fenster, Türen und Wände. Wer Thermostate bewusst nutzt, Heizkörper frei hält, richtig lüftet und ein paar günstige Hilfsmittel einsetzt, kann seine Heizkosten deutlich reduzieren – bei gleichbleibendem oder sogar besserem Komfort.
Heizkosten senken ohne Komfortverlust oder lieber mehr investieren
Viele fragen sich: Reichen einfache Verhaltensänderungen oder braucht es gleich neue Fenster und eine neue Heizung? In der Praxis lohnt ein gestuftes Vorgehen:
- Stufe 1: Verhalten und Einstellungen – Thermostate, Lüften, Türen, Möbel, Entlüften. Kostet fast nichts, bringt aber oft die schnellste Wirkung.
- Stufe 2: Günstige Hilfsmittel – Dichtungsband, Zugluftstopper, Vorhänge, Heizkörperreflektoren. Kleine Investition, spürbar weniger Zugluft.
- Stufe 3: Technische Optimierung – hydraulischer Abgleich, Regelung optimieren. Hier ist ein Fachbetrieb gefragt.
- Stufe 4: Heizungstausch und Dämmung – große Hebel, aber auch große Investitionen, die gut geplant werden sollten.
Wer zuerst Stufe 1 und 2 ausschöpft, senkt meist schon deutlich den Verbrauch und schafft eine gute Basis, um später über Technik und Modernisierung zu entscheiden. Ausführliche Tipps zu unterschiedlichen Wohnsituationen finden Sie auch unter Heizkosten senken ohne zu frieren.

Typische Wärmeverluste in Haus und Wohnung im Vergleich
Bevor einzelne Maßnahmen umgesetzt werden, lohnt ein Blick auf die typischen Schwachstellen. Denn jede Kilowattstunde, die gar nicht erst verloren geht, muss auch nicht bezahlt werden.

Fenster und Türen: kleine Spalten, große Wirkung
- Undichte Gummidichtungen – spürbare Zugluft, flatternde Gardinen, kalte Luft an der Fensterbank.
- Alte Einfach- oder ältere Isolierverglasung – Innenseite fühlt sich sehr kalt an, Kondenswasser an den Scheiben.
- Türspalte und Briefschlitze – kalte Luft strömt dauerhaft nach, besonders an Wohnungseingangstüren.
Konsequenz: Die Heizung muss ständig nachliefern, um die einströmende Kaltluft zu erwärmen.

Außenwände, Decken und Böden
- Außenwände hinter großen Möbeln – die Wand kühlt aus, dahinter kann sich Feuchtigkeit sammeln.
- Ungedämmte Keller- oder Dachbereiche – kalte Böden im Erdgeschoss, Zugluft aus dem Treppenhaus oder Dachboden.
- Heizkörpernischen – dünne Außenwand hinter dem Heizkörper, Wärme geht schneller nach draußen verloren.
Konsequenz: Die Luft ist zwar warm, aber kalte Oberflächen sorgen für ein kühleres Empfinden und erhöhen das Schimmelrisiko.
Heizkörper und Leitungen
- Verdeckte Heizkörper – Sofas, Vorhänge oder Verkleidungen blockieren die Wärmeabgabe.
- Luft im Heizkörper – gluckernde Geräusche, oben kalt, unten warm.
- Ungünstige Thermostateinstellungen – ständiges Auf- und Zudrehen führt zu unnötigen Temperaturspitzen.
Konsequenz: Hoher Energieeinsatz, aber ungleichmäßige Wärmeverteilung und oft trotzdem kalte Ecken.
Vergleichstabelle: Sofortmaßnahmen vs. Technik-Investitionen
Die folgende Tabelle zeigt, welche Art von Maßnahmen sich für welchen Zeitpunkt eignet und wie sie Komfort und Heizkosten beeinflussen.
| Maßnahmenart | Typische Beispiele | Startaufwand | Komfortwirkung | Einfluss auf Heizkosten | Wann besonders sinnvoll |
|---|---|---|---|---|---|
| Sofortmaßnahmen ohne Handwerker | Thermostate einstellen, Heizkörper entlüften, Türen schließen, Möbel abrücken, Stoßlüften | Nur Zeitaufwand, meist wenige Stunden | Komfort bleibt gleich oder steigt (gleichmäßigere Wärme, weniger Zugluft) | Oft deutlich spürbar, vor allem bei bisher unbewusstem Heizverhalten | Immer – idealer Startpunkt in jeder Wohnung oder jedem Haus |
| Günstige Hilfsmittel | Dichtungsband, Zugluftstopper, Heizkörperreflektoren, Thermometer, Vorhänge | Geringe Materialkosten, einfache Selbstmontage | Weniger Zugluft, wärmere Oberflächen, behaglicheres Raumgefühl | Zusätzliche Einsparung, besonders bei undichten Fenstern und kalten Außenwänden | Wenn Zugluft spürbar ist oder Fenster/Wände deutlich abkühlen |
| Technische Optimierung | Hydraulischer Abgleich, Anpassung der Heizkurve, moderne Regelung | Fachbetrieb nötig, mittlerer Aufwand | Gleichmäßigere Wärme, weniger Geräusche, besser steuerbar | Langfristig relevante Reduktion des Energiebedarfs möglich | Bei älteren Anlagen oder ungleichmäßig warmen Räumen |
| Heizungstausch / Dämmung | Neue Heizung, Dämmung von Dach, Fassade oder Kellerdecke | Hohe Investition, Planung erforderlich | Deutlich stabilere Temperaturen, warme Oberflächen | Großer Hebel für den Gesamtenergiebedarf, langfristig wirksam | Bei sehr alten Anlagen oder umfassender Gebäudesanierung |
Sofortmaßnahmen ohne Handwerker: Schritt für Schritt mehr Effizienz
Die folgenden Schritte lassen sich meist an einem Wochenende umsetzen und bringen schnell Wirkung – ohne dass es kälter wird.
1. Thermostate richtig nutzen statt ständig drehen
- Die Skala am Thermostat steht für ungefähre Temperaturen. Mittlere Stufen entsprechen meist einer typischen Wohlfühltemperatur.
- Stellen Sie die gewünschte Temperatur ein und lassen Sie das Thermostat arbeiten, statt ständig zwischen „aus“ und „voll auf“ zu wechseln.
- Ein voll aufgedrehtes Thermostat heizt nicht schneller, sondern nur bis zu einer höheren Endtemperatur.
- Wenn vorhanden, Zeitschaltprogramme an Raumthermostaten oder der Heizungsregelung nutzen: morgens und abends etwas wärmer, tagsüber und nachts moderat absenken.
2. Heizkörper entlüften und Durchfluss prüfen
- Heizung einschalten und prüfen, welche Heizkörper gluckern oder oben kalt bleiben.
- Heizkörperventil schließen, Entlüftungsschlüssel und Gefäß bereitlegen.
- Entlüftungsventil langsam öffnen, bis Luft entweicht, dann warten, bis Wasser gleichmäßig austritt.
- Ventil schließen, Heizkörperventil wieder öffnen.
- An der Therme den Anlagendruck kontrollieren (Bedienungsanleitung beachten) und bei Unsicherheit einen Fachbetrieb ansprechen.
3. Möbel und Vorhänge: Wärme freigeben
- Heizkörper sollten frei anströmbare Luft haben. Große Möbel direkt davor mindern die Leistung deutlich.
- Schwere Vorhänge nicht vor dem Heizkörper enden lassen, sondern seitlich führen oder kürzen.
- Möbel an Außenwänden ein paar Zentimeter abrücken, damit Luft zirkulieren kann und sich keine Feuchtigkeit staut.
4. Türen schließen und Temperaturzonen bilden
- Warme Räume (Wohnzimmer, Bad) von kühleren Räumen (Schlafzimmer, Flur) durch geschlossene Türen trennen.
- Warme, feuchte Luft aus Bad und Küche nicht in kühle Räume ziehen lassen – dort kondensiert sie leichter.
- Türdichtungen oder Zugluftstopper nutzen, um Spalten unter Türen zu reduzieren.
Raumtemperaturen pro Raum und Beispiel zur Ersparnis pro Grad
Viele Wohnungen sind wärmer als nötig. Schon 1 Grad weniger kann über die Heizperiode hinweg spürbar Energie sparen, ohne dass es ungemütlich wird – vorausgesetzt, die Temperatur bleibt konstant und es gibt keine starken Schwankungen.
Orientierungswerte für typische Räume
- Wohnzimmer / Arbeitszimmer: häufig wird eine mittlere Wohlfühltemperatur bevorzugt, bei der man im Sitzen nicht friert, aber auch nicht schwitzt.
- Schlafzimmer: meist deutlich kühler, viele schlafen bei geringerer Temperatur besser.
- Küche: kann etwas kühler sein, da Kochen zusätzliche Wärme liefert.
- Bad: kurzzeitig etwas wärmer, vor allem morgens und abends, da man sich dort meist nur begrenzte Zeit aufhält.
- Flur / Nebenräume: eher niedrigere Temperaturen, solange keine Leitungen gefährdet sind.
Wichtiger als der exakte Wert ist, dass die Temperatur stabil bleibt und nicht ständig stark schwankt.
Beispielhafte Abschätzung: Was bringt 1 Grad weniger
Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Eine leichte Absenkung der durchschnittlichen Raumtemperatur über die gesamte Heizperiode kann den Heizenergiebedarf merklich reduzieren. Wie groß der Effekt im Einzelfall ist, hängt von Gebäude, Heizung und Verhalten ab und sollte im eigenen Haushalt überprüft werden.
So können Sie es selbst testen:
- In den Hauptwohnräumen einfache Thermometer aufstellen und über einige Tage die typische Temperatur notieren.
- Die Zieltemperatur in diesen Räumen um ein Grad reduzieren und prüfen, ob der Komfort noch passt.
- Über die Heizperiode den Verbrauch (z. B. Gas- oder Fernwärmemenge) dokumentieren und mit einer früheren Periode vergleichen. Für eine faire Einschätzung sollten Sie dabei auch die Witterung berücksichtigen.
Wenn ein Grad weniger als zu kühl empfunden wird, lässt sich mit Teppichen, Decken und punktueller Wärme (z. B. im Bad) nachhelfen, statt die Grundtemperatur wieder deutlich zu erhöhen.
Checkliste: Günstige Hilfsmittel gegen Zugluft und kalte Flächen
Mit wenigen, preiswerten Produkten lassen sich viele Wärmelecks deutlich mindern. Die folgende Checkliste zeigt, was sich in den meisten Wohnungen sinnvoll einsetzen lässt.
- Dichtungsband für Fenster und Türen
Für ältere oder undichte Elemente. Vorher mit der Hand prüfen, wo es zieht, dann selbstklebende Dichtungsbänder anbringen. - Zugluftstopper
Für Türunterkanten, besonders an Wohnungseingangstüren oder Türen zu unbeheizten Fluren. Reduziert kalte Luftströme spürbar. - Heizkörperreflektoren
Dünne Dämmplatten mit reflektierender Oberfläche, die hinter Heizkörpern an Außenwänden angebracht werden. Ziel: weniger Wärme nach außen, mehr in den Raum. - Thermometer und Hygrometer
Zeigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit an. So lässt sich besser einschätzen, ob Räume wirklich zu kalt oder zu feucht sind. - Schwere Vorhänge oder Thermovorhänge
Vor Fenstern und Haustüren, nachts geschlossen. Sie reduzieren den Kaltluftabfall an der Scheibe und verbessern das Wärmeempfinden. - Teppiche und Läufer
Auf kalten Böden, vor allem über unbeheizten Kellern. Sie machen den Boden fußwarm, auch wenn die Lufttemperatur gleich bleibt. - Rollläden und dichte Rollos
Abends und nachts schließen, um Wärmeverluste über die Fenster zu verringern.
Richtig lüften im Winter: Stoßlüften statt Kipplüften
Frische Luft ist wichtig für Gesundheit und Bausubstanz. Falsches Lüften kann aber viel Heizenergie kosten und Schimmel begünstigen. Entscheidend sind Art, Dauer und Zeitpunkt des Lüftens.
Stoßlüften: kurz, kräftig, mit Durchzug
- Mehrmals täglich für wenige Minuten die Fenster weit öffnen.
- Wenn möglich, gegenüberliegende Fenster öffnen, um Durchzug zu erzeugen.
- Währenddessen Thermostate herunterdrehen, damit die Heizung nicht gegen die kalte Luft anarbeitet.
- Nach dem Schließen der Fenster Thermostate wieder auf die vorherige Einstellung stellen.
Besonders nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen sollte gezielt kurz gelüftet werden, damit die feuchte Luft schnell nach draußen gelangt.
Kipplüften: warum es im Winter problematisch ist
- Beim dauerhaft gekippten Fenster kühlen Fensterlaibungen und angrenzende Wände stark aus.
- Die Heizung versucht, den Wärmeverlust auszugleichen, was zu höherem Energieverbrauch führt.
- Abgekühlte Wandbereiche können feucht werden und sind anfälliger für Schimmel.
Praxisnahe Vorher-nachher-Szenarien
Wie stark einzelne Maßnahmen wirken, hängt von Gebäude, Heizung und Verhalten ab. Die folgenden Szenarien zeigen typische Muster, wie sich Schritte kombinieren lassen und welche Effekte zu erwarten sind.
Szenario 1: Mietwohnung mit alten Fenstern
Ausgangslage: Spürbare Zugluft an Fenstern, Heizkörper teilweise verdeckt, Thermostate werden nach Gefühl bedient, häufiges Kipplüften.
Maßnahmen:
- Dichtungsband an zugigen Fenstern anbringen.
- Zugluftstopper an der Wohnungstür einsetzen.
- Möbel vor Heizkörpern abrücken, Vorhänge seitlich führen.
- Thermostate auf konstante Zieltemperaturen einstellen.
- Stoßlüften statt Kipplüften einführen.
Vorher: Hoher Verbrauch, trotzdem kalte Ecken und Zugluft, ungleichmäßige Temperaturen.
Nachher: Deutlich weniger Zugluft, gleichmäßigere Wärme, subjektiv höherer Komfort bei ähnlicher oder geringerer Heizleistung.
Szenario 2: Reihenhaus mit älterer Heizungsanlage
Ausgangslage: Einige Räume werden nicht richtig warm, andere überheizen, Heizkörper gluckern, Pumpe läuft hörbar.
Maßnahmen:
- Alle Heizkörper sorgfältig entlüften.
- Thermostate in wenig genutzten Räumen etwas niedriger einstellen.
- Heizzeiten an der Regelung an den tatsächlichen Tagesablauf anpassen.
- Fachbetrieb ansprechen, ob ein hydraulischer Abgleich sinnvoll ist.
Vorher: Unangenehme Temperaturunterschiede, hoher Verbrauch, laute Anlage.
Nachher: Gleichmäßigere Wärmeverteilung, weniger Überheizung einzelner Räume, angenehmeres Wohnklima.
Szenario 3: Gut gedämmte Wohnung mit hohem Komfortwunsch
Ausgangslage: Moderne Fenster und Dämmung, Wunsch nach hohen Temperaturen, vor allem im Bad, teilweise trockene Luft.
Maßnahmen:
- In Wohnräumen die Temperatur leicht reduzieren und dafür Textilien und Teppiche gezielt einsetzen.
- Im Bad zeitweise höhere Temperatur (z. B. morgens und abends), sonst absenken.
- Rollläden und Vorhänge abends schließen.
- Regelmäßiges Stoßlüften zur Feuchteregulierung.
Vorher: Sehr warme Räume, hohe Rechnung, teilweise trockene Luft.
Nachher: Angenehmes Wärmeempfinden bei etwas niedrigerer Durchschnittstemperatur, dadurch geringerer Heizbedarf.
Hydraulischer Abgleich oder Heizungstausch: wann lohnt der Blick auf die Technik
Wenn die einfachen Maßnahmen umgesetzt sind und trotzdem einzelne Räume nicht warm werden oder die Heizkosten im Verhältnis zur Wohnfläche sehr hoch erscheinen, lohnt sich ein Blick auf die Heizungsanlage selbst.
Hydraulischer Abgleich: bessere Verteilung ohne mehr Wärme
Beim hydraulischen Abgleich wird die Heizungsanlage so eingestellt, dass alle Heizkörper die benötigte Wassermenge erhalten. Das kann sinnvoll sein, wenn:
- einige Heizkörper sehr heiß, andere dagegen kaum warm werden, obwohl die Thermostate ähnlich eingestellt sind,
- die Heizungspumpe hörbar stark arbeitet oder Strömungsgeräusche in den Leitungen auftreten,
- Sie bereits entlüftet haben und trotzdem deutliche Temperaturunterschiede bestehen.
Ob und in welchem Umfang sich ein hydraulischer Abgleich lohnt, sollte ein Fachbetrieb anhand der konkreten Anlage bewerten.
Heizungstausch: langfristige Entscheidung mit großem Hebel
Ein kompletter Heizungstausch ist eine größere Investition und kommt vor allem dann in Betracht, wenn:
- die bestehende Heizung sehr alt ist und sich Reparaturen häufen,
- ohnehin eine Sanierung geplant ist (z. B. Dämmung, Fenstertausch),
- langfristig auf ein anderes Heizsystem umgestiegen werden soll.
Für die Entscheidung spielen Zustand des Gebäudes, geplante Nutzungsdauer, mögliche Förderungen und die Einschätzung eines Fachbetriebs eine Rolle. Vor einem Tausch sollten alle niedrigschwelligen Maßnahmen ausgeschöpft sein, damit die neue Anlage passend ausgelegt werden kann.
Häufige Fehler beim Heizen, die Komfort und Geld kosten
Einige Gewohnheiten wirken auf den ersten Blick logisch, treiben aber die Heizkosten unnötig in die Höhe oder erhöhen das Schimmelrisiko.
- Heizung komplett abdrehen bei kurzer Abwesenheit
Räume kühlen stark aus und müssen später mit viel Energie wieder aufgeheizt werden. Besser: moderate Absenkung statt vollständiges Abschalten. - Heizung den ganzen Tag unverändert hoch laufen lassen
Wenn tagsüber niemand zu Hause ist, reicht eine etwas niedrigere Temperatur. Zeitprogramme oder manuelle Absenkung nutzen. - Heizkörper mit Möbeln oder Wäsche zustellen
Die Wärme bleibt hinter dem Möbelstück, der Raum fühlt sich kühler an, obwohl die Heizung viel arbeitet. - Dauerhaft gekippte Fenster im Winter
Führt zu ausgekühlten Wänden, höherem Heizbedarf und erhöhtem Schimmelrisiko. - Nur nach Gefühl heizen, ohne Thermometer
Oft werden Räume wärmer gehalten als nötig. Einfache Thermometer geben Orientierung. - Feuchte Wäsche in kühlen Räumen trocknen, ohne zu lüften
Die Luftfeuchtigkeit steigt, kalte Wände können feucht werden. Besser: in warmen Räumen mit anschließendem Stoßlüften trocknen.
Entscheidungs-Checkliste: Welche Maßnahmen passen zu Ihrer Situation
Die folgende Checkliste führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Entscheidungen. Von oben nach unten durchgehen und abhaken, was erledigt ist.
- Heizverhalten prüfen
Konstante Thermostateinstellungen wählen, Heizzeiten an den Tagesablauf anpassen, Stoßlüften einführen. - Zugluft aufspüren
Mit der Hand an Fenstern und Türen prüfen. Bei Zugluft: Dichtungsband und Zugluftstopper einsetzen, abends Vorhänge und Rollläden schließen. - Heizkörperfunktion sicherstellen
Gluckernde oder oben kalte Heizkörper entlüften. Bleiben Probleme, Fachbetrieb zur Anlagenprüfung hinzuziehen. - Wärmeverteilung im Raum verbessern
Möbel abrücken, Vorhänge so führen, dass sie Heizkörper nicht abdecken. - Kalte Flächen entschärfen
Teppiche, Läufer oder zusätzliche Vorhänge nutzen. Bei starken Temperaturunterschieden mittelfristig Dämmmaßnahmen prüfen. - Anlagentechnik bewerten lassen
Wenn trotz allem einzelne Räume deutlich zu kalt oder zu warm bleiben: hydraulischen Abgleich und Heizungsregelung durch einen Fachbetrieb prüfen lassen. - Langfristige Modernisierung planen
Ist die Heizungsanlage sehr alt oder störanfällig, mit einem Fachbetrieb über einen möglichen Heizungstausch sprechen und geplante Dämmmaßnahmen einbeziehen.
FAQ: Heizkosten, Heizungseinstellungen und Schimmelgefahr
Welche Tipps gibt es, um die Heizkosten zu senken, ohne zu frieren
Besonders wirksam sind: Raumtemperaturen leicht senken, aber konstant halten, Heizkörper entlüften und nicht zustellen, Türen zwischen warmen und kühlen Räumen schließen, Stoßlüften statt Kipplüften, Zugluft an Fenstern und Türen mit Dichtungen und Zugluftstoppern reduzieren sowie abends Rollläden und Vorhänge schließen. Ergänzend helfen Teppiche und Textilien, das Wärmeempfinden zu verbessern.
Ist es wirklich günstiger, die Heizung den ganzen Tag laufen zu lassen
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil Gebäude unterschiedlich schnell auskühlen. In vielen Fällen ist es sinnvoll, die Temperatur nur moderat abzusenken, wenn niemand zu Hause ist, statt die Heizung komplett auszuschalten. Starke Auskühlung und anschließendes starkes Aufheizen können mehr Energie benötigen, als eine leicht reduzierte Dauerheizung. Am besten testen Sie in Ihrer Wohnung, wie schnell die Räume auskühlen, und passen die Absenkzeiten entsprechend an.
Welche Heizungseinstellung ist die sparsamste
Sparsam ist eine Einstellung, bei der die Raumtemperatur so niedrig wie noch komfortabel ist und möglichst konstant gehalten wird. Das bedeutet: keine extrem hohen Vorlauftemperaturen, keine ständig wechselnden Thermostatstellungen und sinnvolle Nacht- oder Abwesenheitsabsenkung. Die genauen Werte hängen von Ihrer Anlage und Ihrem Gebäude ab, daher lohnt ein Blick in die Bedienungsanleitung und gegebenenfalls die Beratung durch einen Fachbetrieb.
Was bedeutet die oft genannte 70/30-Regelung bei Heizkosten
In vielen Mehrfamilienhäusern werden Heizkosten nach einem festen Verteilungsschlüssel aufgeteilt, zum Beispiel ein Anteil nach Wohnfläche und ein Anteil nach gemessenem Verbrauch. Die konkrete Aufteilung kann variieren und ist meist im Mietvertrag oder in der Hausordnung geregelt. Wer sparsamer heizt, kann vor allem den verbrauchsabhängigen Anteil beeinflussen. Wie genau die Kosten in Ihrem Haus verteilt werden, sollten Sie in den Unterlagen zur Heizkostenabrechnung nachlesen oder bei der Hausverwaltung nachfragen.
Wie kann ich Heizkosten senken und gleichzeitig Schimmel vermeiden
Entscheidend ist die Kombination aus ausreichender Beheizung und gezieltem Lüften. Räume sollten nicht dauerhaft stark auskühlen, insbesondere nicht auf sehr niedrige Temperaturen, da kalte Wände schneller feucht werden. Mehrmals täglich kurz Stoßlüften, besonders nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen, senkt die Luftfeuchtigkeit. Möbel nicht direkt an kalte Außenwände stellen und Luftzirkulation ermöglichen. Wenn trotz dieser Maßnahmen Feuchteflecken auftreten, sollte ein Fachbetrieb oder eine Fachstelle für Schimmelberatung hinzugezogen werden.
Zusammenfassung: 7-Schritte-Plan zum Heizkosten senken ohne Komfortverlust
Wer strukturiert vorgeht, kann viel erreichen, ohne auf Behaglichkeit zu verzichten. Die folgenden sieben Schritte fassen die wichtigsten Punkte zusammen:
- Raumtemperaturen prüfen
Mit Thermometern messen, ob Räume vielleicht wärmer sind als nötig, und Zieltemperaturen leicht senken. - Thermostate und Heizungsregelung optimieren
Konstante Einstellungen wählen, Zeitprogramme nutzen, Nacht- und Abwesenheitsabsenkung einrichten. - Heizkörper fit machen
Entlüften, nicht zustellen, Vorhänge anpassen, gegebenenfalls Heizkörperreflektoren an Außenwänden anbringen. - Zugluft stoppen
Dichtungsband, Zugluftstopper und schwere Vorhänge einsetzen, Rollläden abends schließen. - Richtig lüften
Mehrmals täglich kurz Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster, besonders nach Feuchtelasten. - Komfort mit einfachen Mitteln erhöhen
Teppiche, Decken und Textilien nutzen, um das Wärmeempfinden zu verbessern, ohne die Temperatur stark zu erhöhen. - Technik prüfen lassen
Wenn trotz allem einzelne Räume nicht warm werden oder die Kosten sehr hoch bleiben, Fachbetrieb auf hydraulischen Abgleich und den Zustand der Heizung ansprechen.
Wer diese Schritte nacheinander umsetzt, senkt seine Heizkosten meist deutlich, ohne dass die Wohnung ungemütlich wird – im Idealfall fühlt sie sich sogar behaglicher an, weil Zugluft und Temperaturschwankungen reduziert werden.


