Ein Altbau lässt sich so dämmen, dass Sie Heizkosten sparen ohne Schimmel zu riskieren – wenn drei Dinge zusammenpassen: Feuchteschutz, Vermeidung von Wärmebrücken und ein passendes Lüftungskonzept. Wer einfach „irgendwo Dämmung draufklebt“, verschiebt den Taupunkt in die Konstruktion, kühlt einzelne Bauteile aus und schafft damit ideale Bedingungen für Schimmel.
Der sichere Weg: Erst das Gebäude verstehen, dann die passende Dämmvariante wählen, kritische Details sorgfältig planen und anschließend das Lüftungs- und Heizverhalten anpassen. Die wichtigsten Entscheidungen und Prüfpunkte stehen in diesem Leitfaden – inklusive Vergleich der Dämmvarianten, typischer Problemstellen, Checkliste und klaren Do’s & Don’ts.

Warum das Schimmelrisiko im Altbau besonders hoch ist
Altbauten unterscheiden sich bauphysikalisch stark von Neubauten. Typische Gründe, warum Dämmung hier schneller zu Schimmel führen kann:

- Massive, oft ungedämmte Außenwände (Ziegel, Naturstein, Mischmauerwerk), die viel Feuchte puffern, aber auch stark auskühlen können.
- Alte Fenster mit Undichtigkeiten: Früher kam viel „Zwangslüftung“ über Fugen – nach Fenstertausch und Dämmung fehlt diese, wenn das Lüftungsverhalten nicht angepasst wird.
- Ausgeprägte Wärmebrücken an Deckenrändern, Fensterlaibungen, Rollladenkästen oder Balkonen, die bei Dämmmaßnahmen leicht übersehen werden.
- Unklare Konstruktionen: Hohlräume, nachträgliche Einbauten, alte Putze und Anstriche, die die Feuchtewanderung beeinflussen.
Schimmel entsteht, wenn Oberflächen über längere Zeit zu kalt sind und sich dort Feuchtigkeit aus der Raumluft niederschlägt. Dämmung soll genau das verhindern – falsch geplant kann sie aber das Gegenteil bewirken, etwa wenn nur einzelne Wandbereiche gedämmt werden und andere noch stärker auskühlen.

Feuchte, Taupunkt und Wärmebrücken einfach erklärt
Um „Altbau dämmen ohne Schimmel“ richtig einzuordnen, reichen drei Grundbegriffe: Feuchte in der Raumluft, Taupunkt und Wärmebrücken.
Feuchte in der Raumluft
Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Beim Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen steigt die Luftfeuchte im Raum. Wird diese feuchte Luft nicht abgeführt, sucht sie sich kalte Oberflächen – dort kondensiert sie.
Typische Feuchtequellen im Alltag sind:
- Duschen und Baden
- Kochen ohne Dunstabzug nach außen
- Wäschetrocknen in der Wohnung
- viele Personen in einem kleinen Raum
Je höher die Luftfeuchte und je kälter die Oberflächen, desto größer das Schimmelrisiko.
Taupunkt – wo Wasser ausfällt
Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der die Luft so weit abkühlt, dass sie den enthaltenen Wasserdampf nicht mehr halten kann. An Bauteilen bedeutet das:
- Ist die Oberflächentemperatur einer Wand nahe am Taupunkt, kann sich dort Feuchtigkeit niederschlagen.
- Liegt der Taupunkt im Inneren der Wandkonstruktion, kann sich dort Feuchte ansammeln – unsichtbar, aber gefährlich für Putz, Mauerwerk und Holz.
Dämmung verschiebt den Temperaturverlauf in der Wand. Je nach Aufbau kann der Taupunkt nach außen, nach innen oder in eine Dämmschicht wandern. Ziel ist, dass kritische Feuchte entweder gar nicht entsteht oder wieder austrocknen kann.
Wärmebrücken – die „Kälte-Lecks“ im Haus
Wärmebrücken sind Stellen, an denen Wärme leichter nach außen entweicht als in den angrenzenden Bereichen. Typische Beispiele im Altbau:
- Beton- oder Stahlträger in einer ansonsten gemauerten Wand
- Deckenauflager an der Außenwand
- Fensterlaibungen und -stürze
- Rollladenkästen, Heizkörpernischen
Wird eine Fassade gedämmt, aber z. B. der Balkonanschluss oder die Laibung bleibt unbehandelt, entstehen dort sehr kalte Oberflächen. Genau an diesen Punkten bildet sich dann zuerst Schimmel. Eine schimmelsichere Dämmung reduziert daher nicht nur den U-Wert der Wand, sondern behandelt Wärmebrücken gezielt mit.
Dämmvarianten im Altbau im Vergleich: außen, innen, Kerndämmung
Welche Dämmvariante schimmelsicher ist, hängt stark vom Gebäude ab. Die folgende Tabelle zeigt die drei wichtigsten Varianten mit typischen Einsatzfällen, Vorteilen, Risiken und Hinweisen zum Schimmelschutz.
| Dämmvariante | Wann sie typischerweise passt | Vorteile | Schimmelrisiken | Worauf besonders achten |
|---|---|---|---|---|
| Außendämmung (z. B. Wärmedämmverbundsystem, vorgehängte Fassade) | Fassade darf optisch verändert werden, genügend Platz außen, keine strengen Denkmalschutzauflagen | Wand bleibt warm, Taupunkt wandert nach außen; Wärmebrücken lassen sich gut reduzieren; guter Hitzeschutz im Sommer | Fehlerhafte Anschlüsse an Dach, Fenster, Sockel können lokale Kälte- und Feuchtezonen erzeugen; Durchfeuchtung bei mangelhafter Schlagregendichtheit | Saubere Planung aller Details (Fensterbänke, Laibungen, Rollladenkästen, Sockel); geeignete Putz- und Dichtungsschichten; Wasser gezielt ableiten |
| Innendämmung | Fassade muss erhalten bleiben (z. B. Denkmalschutz), Grenzbebauung, enge Gassen, kein Platz für Außendämmung | Optik außen bleibt; Raumklima kann sich schnell verbessern; einzelne Räume gezielt dämmbar | Hohe bauphysikalische Anforderungen: Taupunkt kann in der Wand liegen; Gefahr von Kondensat hinter der Dämmung; Wärmebrücken an Decken und Innenwänden | Nur mit durchdachtem System (z. B. kapillaraktive Dämmstoffe); luftdichte Anschlüsse; Wärmebrückenberechnung; Feuchteverhalten der Wand prüfen lassen |
| Kerndämmung (Hohlraumdämmung) | Zwei- oder mehrschaliges Mauerwerk mit Hohlraum; Hohlraum zugänglich und ausreichend breit | Von außen kaum sichtbar; relativ geringer Eingriff; oft ohne große Baustelle möglich | Ungeeignete oder feuchteempfindliche Dämmstoffe können durchfeuchten; ungleichmäßige Verfüllung führt zu Rest-Hohlräumen und lokalen Kältefeldern | Hohlraum vorab prüfen (z. B. mit Endoskopie); nur geeignete Dämmstoffe verwenden; Ausführung durch erfahrene Fachfirma |
Für viele Altbauten ist die Entscheidung, ob Sie die altbau fassade dämmen von außen oder innen, der zentrale Hebel. Außenlösungen sind aus Schimmelsicht meist robuster, Innendämmungen erfordern dagegen besonders sorgfältige Planung.
Geeignete Dämmstoffe für Altbauten und ihre Eigenschaften
Im Altbau ist nicht nur der Dämmwert wichtig, sondern auch das Feuchteverhalten eines Dämmstoffs. Drei Gruppen sind besonders relevant:
Holzfaserdämmung
- Einsatz: Außen (z. B. in Holzständerkonstruktionen oder als Putzträgerplatten), innen auf der Wand, in Dach und oberster Geschossdecke.
- Eigenschaften: Gute Wärmedämmung, sehr guter sommerlicher Hitzeschutz, kapillaraktiv (kann Feuchte aufnehmen und wieder abgeben), diffusionsoffen.
- Vorteil für Schimmelschutz: Kann begrenzte Feuchtemengen puffern und wieder austrocknen, was bei Innendämmungen und Dachkonstruktionen hilfreich ist.
- Wichtig: Vor Feuchte aus dem Außenbereich (Schlagregen, Undichtigkeiten) schützen, konstruktiven Holzschutz beachten.
Mineralwolle (Stein- oder Glaswolle)
- Einsatz: Häufig in Außendämmsystemen, hinter vorgehängten Fassaden, in Zwischensparrendämmungen, in der obersten Geschossdecke.
- Eigenschaften: Nicht brennbar, gute Wärmedämmung, diffusionsoffen, selbst nicht schimmelanfällig.
- Vorteil für Schimmelschutz: Wenn sie trocken bleibt, bietet sie Schimmel keinen Nährboden. Kritisch ist nicht der Dämmstoff selbst, sondern Feuchte in angrenzenden Bauteilen.
- Wichtig: Feuchteeintrag durch Luftströmungen (Konvektion) vermeiden – luftdichte Schichten und sorgfältige Anschlüsse sind entscheidend.
Kalziumsilikatplatten
- Einsatz: Vor allem als Innendämmung bei feuchtebelasteten oder schimmelgefährdeten Wänden, z. B. in Altbauwohnungen.
- Eigenschaften: Kapillaraktiv, hoch alkalisch, diffusionsoffen, können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.
- Vorteil für Schimmelschutz: Die hohe Alkalität wirkt schimmelhemmend, die Platten können Feuchte aus der Wandoberfläche aufnehmen und an die Raumluft zurückgeben.
- Wichtig: Untergrund muss tragfähig und frei von Altanstrichen sein, Kleber und Putzsystem müssen aufeinander abgestimmt sein.
Weitere Dämmstoffe im Altbau
Auch andere Materialien wie Zellulose, Perlite, Schaumglas oder bestimmte Schäume können sinnvoll sein. Entscheidend ist immer:
- Passt das Feuchteverhalten des Dämmstoffs zur bestehenden Wand?
- Ist der Aufbau diffusionsoffen oder bewusst diffusionsdicht geplant – und ist das rechnerisch geprüft?
- Gibt es eine klare Strategie, wie eingetragene Feuchte wieder austrocknen kann?
Typische Problemstellen im Altbau: wo Schimmel nach der Dämmung zuerst auftaucht
Viele Schimmelschäden nach einer Dämmmaßnahme entstehen nicht auf der „freien Wandfläche“, sondern an Details. Einige typische Schwachpunkte:
Fensterlaibungen und -anschlüsse
- Bei Außendämmung werden Laibungen manchmal zu dünn oder gar nicht gedämmt – die Wandfläche ist warm, die Laibung bleibt kalt.
- Bei Innendämmung endet die Dämmung oft stumpf am Fensterrahmen, ohne Überdämmung oder passende Anschlussprofile.
- Undichte Anschlussfugen lassen warme, feuchte Raumluft in den Anschlussbereich strömen, wo sie auskühlt und kondensiert.
Praxis-Tipp: Laibungen möglichst mitdämmen, Fensteranschlüsse luftdicht ausführen, geeignete Fensterbänke und Dichtbänder verwenden. Bei Fenstertausch und Dämmung die Reihenfolge und Details gemeinsam planen.
Rollladenkästen
- Alte Kästen sind oft ungedämmt und undicht – echte „Kältefallen“.
- Wer nur die Wand dämmt, verstärkt den Temperaturunterschied zwischen gedämmter Fläche und kaltem Kasten.
Praxis-Tipp: Rollladenkästen prüfen und ggf. von innen oder außen dämmen, Luftundichtigkeiten schließen, aber Bedienbarkeit sicherstellen. Spezielle Dämmsysteme für Kästen können helfen.
Deckenanschlüsse und oberste Geschossdecke
- Der Übergang von der Außenwand zur Decke ist eine klassische Wärmebrücke.
- Wird nur die Fassade gedämmt, aber die oberste Geschossdecke nicht, kann es im Deckenbereich zu kalten Zonen kommen.
Gerade im Altbau lohnt es sich, die oberste Geschossdecke im Altbau dämmen zu lassen oder selbst zu verbessern, weil hier viel Wärme entweicht und Schimmel an kalten Deckenrändern entstehen kann.
Innenwände an Außenwänden und Heizkörpernischen
- Innenwände, die an eine Außenwand stoßen, bleiben bei Innendämmungen oft ungedämmt – die Ecke wird zur Kältezone.
- Alte Heizkörpernischen schwächen die Wand; werden sie nicht geschlossen oder gedämmt, bleibt dort ein Schimmelrisiko.
Praxis-Tipp: Ecken und Nischen in der Planung explizit berücksichtigen, ggf. mit keilförmigen Dämmungen oder Dämmkeilen entschärfen.
Lüftungskonzept nach der Dämmung: so vermeiden Sie Feuchtestau
Nach einer Dämmmaßnahme ändert sich das Feuchteverhalten im Gebäude. Dichte Fenster und gedämmte Wände lassen weniger Wärme und Luft entweichen – gut für die Heizkosten, aber schlecht, wenn die Feuchte im Haus bleibt.
Grundregeln für das Lüften im gedämmten Altbau
- Mehrmals täglich Stoßlüften: Fenster weit öffnen, einige Minuten, möglichst Querlüftung (gegenüberliegende Fenster/Türen öffnen).
- Besonders nach Feuchtequellen: Nach dem Duschen, Kochen, Wäschetrocknen oder vielen Personen im Raum.
- Heizung nicht komplett abdrehen: Kalte Räume nehmen weniger Feuchte auf, Oberflächen kühlen aus – Schimmelrisiko steigt.
- Innere Türen schließen zwischen sehr feuchten Räumen (Bad, Küche) und kühleren Zimmern, um Feuchtewanderung zu begrenzen.
Technische Lüftung als Option
In manchen Altbauten reicht manuelles Lüften kaum aus, etwa bei:
- sehr dichter Gebäudehülle (neue Fenster, umfassende Dämmung)
- vielen Personen auf kleiner Wohnfläche
- Räumen, die selten genutzt, aber stark feuchtebelastet sind (z. B. innenliegende Bäder)
Dann kann eine kontrollierte Lüftung mit oder ohne Wärmerückgewinnung sinnvoll sein. Ob und welches System passt, sollte ein Fachplaner beurteilen. Wichtig ist, dass Lüftungskonzept und Dämmkonzept zusammen gedacht werden.
Checkliste: Planung einer schimmelsicheren Dämmung im Altbau
Die folgende Checkliste führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Prüfpunkte. Sie ersetzt keine Fachplanung, hilft aber, Gespräche mit Energieberater oder Handwerker gezielt zu führen.
1. Bestandsaufnahme des Gebäudes
- Welche Außenwände gibt es (Material, Dicke, sichtbare Schäden)?
- Wie alt sind die Fenster, sind sie dicht, gibt es bereits Schimmel an den Laibungen?
- Gibt es Hohlräume im Mauerwerk (zweischalige Wand)?
- Wie sieht die Dach- und Deckenkonstruktion aus (ungedämmte oberste Geschossdecke, Dachboden)?
- Wo sind bereits Feuchte- oder Schimmelflecken sichtbar?
2. Ziele und Randbedingungen klären
- Soll die Fassade optisch erhalten bleiben (z. B. Stuck, Klinker, Denkmalschutz)?
- Gibt es Platzprobleme nach außen (Grenzbebauung, Gehweg, Nachbargebäude)?
- Welche Räume sind besonders wichtig (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnräume)?
- Ist ein Fenstertausch geplant – und wenn ja, in welcher Reihenfolge zur Dämmung?
3. Dämmvariante auswählen (mit Fachberatung)
- Außendämmung prüfen, wenn Fassade veränderbar und zugänglich ist.
- Innendämmung nur mit bauphysikalischer Bewertung und geeignetem System wählen.
- Kerndämmung nur bei nachgewiesenem Hohlraum und geeignetem Mauerwerk einsetzen.
- Parallel prüfen, ob Dach oder oberste Geschossdecke mitgedämmt werden sollten.
4. Dämmstoffe und Aufbau festlegen
- Dämmstoffe nach Feuchteverhalten, nicht nur nach Dämmwert auswählen.
- Aufeinander abgestimmte Systeme (Dämmplatte, Kleber, Putz, Anstrich) verwenden.
- Bei Innendämmung kapillaraktive Materialien bevorzugen, wenn das Konzept darauf ausgelegt ist.
- Untergründe auf Tragfähigkeit, Salzbelastung und alte Beschichtungen prüfen lassen.
5. Details und Wärmebrücken planen
- Fensterlaibungen, Stürze, Brüstungen und Rollladenkästen im Detail planen.
- Deckenauflager, Innenwandanschlüsse und Ecken bauphysikalisch betrachten.
- Heizkörpernischen schließen oder mitdämmen.
- Bei Innendämmung Anschlüsse an Innenwände und Decken mit Dämmkeilen oder Überdämmungen entschärfen.
6. Lüftungskonzept abstimmen
- Ist nach der Dämmung noch ausreichend natürliche Lüftung vorhanden?
- Wie lässt sich das Lüftungsverhalten der Bewohner anpassen (Stoßlüften, Zeitpunkte)?
- Ist eine technische Lüftung sinnvoll oder notwendig (z. B. in Bädern, innenliegenden Räumen)?
7. Ausführung und Kontrolle
- Nur Firmen beauftragen, die Erfahrung mit Altbau-Dämmung und dem gewählten System haben.
- Wichtige Details (Anschlüsse, Durchdringungen) während der Ausführung kontrollieren lassen.
- Nach Fertigstellung auf Feuchte- und Schimmelstellen achten, insbesondere im ersten Winter.
Wenn Sie mehrere Maßnahmen kombinieren möchten, hilft ein Blick auf den Ansatz altbau energetisch sanieren wo anfangen, um die Reihenfolge sinnvoll zu planen.
Wann fachliche Planung unverzichtbar ist
Altbauten sind individuell – Baujahr, Materialien, Umbauten und Schäden unterscheiden sich stark. Deshalb ist bei vielen Projekten eine fachliche Planung sinnvoll oder sogar notwendig:
- bei Innendämmungen größerer Flächen
- bei Gebäuden mit Denkmalschutz oder erhaltenswerter Fassade
- bei bereits vorhandenen Feuchte- oder Schimmelschäden
- wenn mehrere Maßnahmen kombiniert werden (Fenster, Dach, Fassade, Heizung)
Ein unabhängiger Energieberater oder ein auf Bauphysik spezialisierter Planer kann:
- den Wandaufbau analysieren und das Feuchteverhalten bewerten,
- Wärmebrücken berechnen und kritische Stellen identifizieren,
- ein stimmiges Gesamtpaket aus Dämmung, Heizung und Lüftung entwickeln.
Das reduziert das Risiko teurer Folgeschäden deutlich und hilft, Prioritäten zu setzen – etwa ob zuerst die Fassade, das Dach oder die Heizung angegangen werden sollte.
Warnhinweise: Was Sie beim Dämmen im Altbau nicht improvisieren sollten
Einige Arbeiten lassen sich in Eigenleistung ausführen, andere sollten Sie im Altbau nicht ohne Fachwissen angehen, wenn Sie Schimmel vermeiden wollen.
Diese Punkte besser nicht selbst „ausprobieren“
- Eigenmächtige Innendämmung mit Baumarktplatten ohne bauphysikalische Berechnung (z. B. Polystyrol innen auf feuchte Wände kleben).
- Teilflächen-Dämmung einzelner Wandbereiche, während angrenzende Flächen kalt bleiben (z. B. nur hinter dem Schrank dämmen).
- Kerndämmung ohne vorherige Prüfung des Hohlraums und des Mauerwerks.
- Abdichten aller Fugen und Lüftungsöffnungen, ohne ein alternatives Lüftungskonzept zu haben.
- Überstreichen von Schimmel ohne Ursachenanalyse und Beseitigung der Feuchtequelle.
Typische Fehler, die Schimmel nach der Dämmung begünstigen
- Neue, dichte Fenster einbauen, aber Lüftungsverhalten nicht anpassen.
- Außenwände dämmen, aber Rollladenkästen und Laibungen vergessen.
- Innendämmung ohne luftdichte Anschlüsse – warme Raumluft strömt hinter die Dämmung.
- Feuchte Wände dämmen, ohne die Feuchteursache (z. B. aufsteigende Feuchte, undichte Dachrinnen) zu klären.
- Heizung stark absenken, um Energie zu sparen, sodass Oberflächen auskühlen.
Zusammenfassung: Do’s & Don’ts beim Altbau dämmen ohne Schimmel
Do’s – was Sie tun sollten
- Gebäudezustand gründlich erfassen (Wände, Dach, Fenster, Feuchteschäden).
- Dämmvariante (außen, innen, Kerndämmung) nach Bausituation und Fassade auswählen.
- Dämmstoffe nach Feuchteverhalten und Systemverträglichkeit wählen.
- Wärmebrücken an Laibungen, Decken, Rollladenkästen und Ecken gezielt planen.
- Lüftungskonzept an die neue Dichtheit des Hauses anpassen.
- Bei komplexen Projekten Energieberater oder Bauphysiker einbinden.
Don’ts – was Sie vermeiden sollten
- Innendämmung ohne bauphysikalische Prüfung und ohne abgestimmtes System.
- Nur einzelne Wandbereiche dämmen und angrenzende Flächen kalt lassen.
- Feuchte oder salzbelastete Wände einfach überdämmen.
- Alle Fugen abdichten, ohne an ausreichende Lüftung zu denken.
- Schimmel nur kosmetisch behandeln, ohne die Ursache zu beseitigen.
FAQ: Häufige Fragen zum Thema „Altbau dämmen ohne Schimmel“
Was sollten Eigentümer beim Thema „Altbau dämmen ohne Schimmel“ vor allem verstehen?
Entscheidend ist, dass Dämmung nicht isoliert betrachtet werden darf. Sie verändert den Temperatur- und Feuchteverlauf im gesamten Bauteil. Wer nur auf den Dämmwert schaut, übersieht leicht Wärmebrücken, Feuchtepfade und das veränderte Lüftungsverhalten. Wichtig ist das Zusammenspiel aus Dämmvariante (außen, innen, Kerndämmung), geeigneten Dämmstoffen, sorgfältig geplanten Details und einem angepassten Lüftungskonzept. Schimmel entsteht fast nie „wegen der Dämmung an sich“, sondern weil Feuchte und Temperatur an bestimmten Stellen nicht zusammenpassen.
Welche typischen Fehler führen nach einer Altbau-Dämmung besonders häufig zu Schimmel?
Häufig sind drei Fehlerkombinationen: Erstens der Austausch alter Fenster gegen sehr dichte Modelle, ohne das Lüftungsverhalten anzupassen – die Feuchte bleibt im Haus. Zweitens Innendämmungen, die ohne luftdichte Anschlüsse und ohne bauphysikalische Berechnung ausgeführt werden, sodass sich hinter der Dämmung Kondensat bildet. Drittens das Ignorieren von Wärmebrücken, etwa an Rollladenkästen, Deckenrändern oder Fensterlaibungen, die nach der Dämmung zu den kältesten Stellen werden und deshalb zuerst verschimmeln.
Was ist der sinnvollste nächste Schritt, wenn ich meinen Altbau schimmelsicher dämmen möchte?
Als Nächstes sollten Sie eine strukturierte Bestandsaufnahme machen: Wo sind bereits Feuchte- oder Schimmelflecken, wie sind Wände und Dach aufgebaut, wie alt und dicht sind die Fenster, wie wird aktuell gelüftet und geheizt? Mit diesen Informationen können Sie einen Energieberater oder eine erfahrene Fachfirma ansprechen und gemeinsam klären, welche Dämmvariante (Fassade, Dach, Innendämmung, oberste Geschossdecke) bei Ihrem Gebäude Priorität hat. Parallel lohnt es sich, kurzfristig über Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften nachzudenken – Anregungen dazu bietet etwa der Ratgeber richtig heizen im altbau.
Kann ich im Altbau einzelne Räume dämmen, ohne Schimmel zu riskieren?
Einzelraumdämmungen sind möglich, aber heikel. Wird zum Beispiel nur ein Schlafzimmer innen gedämmt, während angrenzende Räume kalt bleiben, können an Übergängen und Innenwänden neue Wärmebrücken entstehen. Zudem verändert sich der Luft- und Feuchteaustausch zwischen den Räumen. Wenn einzelne Räume gedämmt werden sollen, ist eine genaue Planung der Anschlüsse und ein abgestimmtes Lüftungs- und Heizkonzept besonders wichtig. Ohne bauphysikalische Bewertung sollten Sie keine großflächige Innendämmung nur in einzelnen Zimmern vornehmen.
Reicht es, im Altbau nur die oberste Geschossdecke zu dämmen, um Schimmel zu vermeiden?
Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist oft ein sehr wirksamer und vergleichsweise einfacher Schritt, um Wärmeverluste zu reduzieren und kalte Deckenflächen zu vermeiden. Sie ersetzt aber keine ganzheitliche Betrachtung der Gebäudehülle. In manchen Fällen kann es trotz gedämmter Decke noch zu Schimmel an Außenwänden oder in Ecken kommen, wenn dort starke Wärmebrücken oder Feuchteprobleme bestehen. Daher ist die Deckendämmung ein wichtiger Baustein, aber nicht automatisch eine vollständige Lösung gegen Schimmel.


